Kanzlei des Jahres für M&A
Shearman & Sterling
Ihr Comeback war mehr als nur beachtlich. Nach turbulenten Zeiten und einer Reihe von schmerzhaften Abgängen hatten viele Shearman in Deutschland bereits abgeschrieben. Doch einmal mehr machten sich die außergewöhnlichen Fähigkeiten von Seniorpartner Georg Thoma bemerkbar: Shearman tauchte gleich serienweise in bedeutenden Deals auf, die den M&A-Markt 2009 definierten. „Typisch Thoma“ dachten viele Wettbewerber und
Mandanten kommentierten: „Er ist einfach über jeden Zweifel erhaben.“
Doch im letzten Jahr zeigte Shearman erstmals, dass sie mehr Trümpfe hat als das bekanntlich exzellente Netzwerk von Thoma. Ihr letztjähriger Trackrecord kam durch andere Kanäle zustande, besonders durch die Jahrzehnte alte Präsenz am Golf. Das Büro in Abu Dhabi war für Shearmans Mandatierung bei der Daimler-Kapitalerhöhung ausschlaggebend; wenngleich Thomas jahrzehntealte Vertrautheit mit dem Konzern nicht schadete.
Zudem sorgte endlich auch die jüngere Partnergeneration für Furore. Dass Dr. Harald Selzner als Berater der Bundesregierung zu den Opel-Rettungsmaßnahmen auftrat, ist auch deshalb so bemerkenswert, weil die Verbindungen nach Berlin stets als mangelhaft galten. Dr. Alfred Kossmann stand derweil der langjährigen Mandantin Hypo Real Estate zur Seite, während Dr. Hans Diekmann schon länger die Mandatsbeziehung zur Allianz übernommen hatte und zuletzt etwa die Veräußerung der Allianz-Bankensparte betreute. Dr. Roger Kiem lotste zudem einen weiteren bedeutenden Nahost-Investor – Qatar – durch die VW-Porsche-Transaktion.
So überaus erfolgreich zu sein, gelang der gerade einmal elf Partner zählenden Corporate-Praxis nur, indem sie stärker als bisher im Team arbeitete. In der Tat hat sich die Gangart seit Selzners Ernennung zu einem von weltweit zwei Praxisgruppenleitern spürbar geändert. Nicht nur ist sich das deutsche Corporate-Team einiger als je zuvor; im vergangenen Jahr zeigte sich auch, dass Selzner die deutschen Anwälte weit stärker in die weltweite Praxis integriert: Die Nahost-Deals haben nur angedeutet, was alles erreichbar ist. Schafft es Shearman, zugleich die jüngere Generation in den Vordergrund zu rücken, bleibt sie ein Kandidat für die Überholspur. Gemeint sind vor allem die beiden jungen Partner in München, aber auch erfahrene Associates fielen
Wettbewerbern bereits auf.