Inhouse-Team des Jahres

Siemens

Sie wurde zur Benchmark: Keine andere Inhouse-Abteilung stand zuletzt vor so großen Umbrüchen, in keine andere wurde so viel investiert und kaum eine andere hat es geschafft, heute so stark eingebunden zu sein in das operative Geschäft und in strategische Entscheidungen. Ein Kraftakt, der sich gelohnt hat: Die Rechts- und Compliance-Abteilung von Siemens hat nach ihrer Neuaufstellung im Markt Vorbildcharakter.


Besonders beeindruckt die Konsequenz, mit der Siemens vorgegangen ist. An der Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit der rigorosen Aufräumarbeiten zweifelt heute kaum noch jemand. Und so wurde aus dem aufgrund der Korruptionsaffäre in höchster Not geborenen Projekt auch eine echte Compliance-Erfolgsstory, die nicht zuletzt auch die US-Börsenaufsicht und die Münchener Staatsanwaltschaft überzeugte.


Vorangetrieben wird sie seit Herbst 2007 von Peter Solmssen. Der bei Anwälten als „exzellenter Manager“ geltende US-Amerikaner besetzt das von Siemens neu geschaffene Vorstandsressort für Recht und Compliance und hat sich auch mit unpopulären Entscheidungen viel Respekt erworben. Dass er mit einem US-geprägten General-Counsel-Modell für bisher nie dagewesenen Einfluss der unterhalb der Vorstandsebene angesiedelten Chefjuristen auf das Siemens-Management sorgte, kann als Wendepunkt für das Kräfteverhältnis innerhalb des Konzerns gelten. Und auch bei der Neubesetzung weiterer zentraler Funktionen bewies der Konzern auffallend oft gutes Gespür: Mit Dr. Andreas Pohlmann steht ein Jurist an der Spitze der Compliance-Abteilung, der als überaus glaubwürdig und exzellente Führungspersönlichkeit gilt. Als General Counsel der größten Geschäftssparte Industrie kam der sehr anerkannte Dr. Andreas Hoffmann von General Electric. Zudem baut mit Dr. Anke Sessler von Clifford Chance eine hoch angesehene Quereinsteigerin erstmals in der Konzerngeschichte eine strategisch ausgerichtete Litigation-Abteilung auf. Eine weitere richtungsweisende Entscheidung.


Gelingt es, die namhaften Quereinsteiger zu integrieren und mit der großen Zahl der auch schon vor dem Korruptionsskandal anerkannten Siemens-Juristen eine homogene Einheit zu formen sowie das Team dauerhaft auf den neuen Kurs einzuschwören, spricht alles dafür, dass kaum eine andere Rechtsabteilung Siemens die Führungsrolle so bald streitig machen kann.