Spenden 2007

ACTION MEDEOR (2007)

Kampf gegen Malaria

Action medeor sammelt Spendengelder für die einheimische Produktion von Medikamenten.

Alle 30 Sekunden stirbt ein Kind an Malaria. Die Infektionskrankheit ist damit die häufigste Todesursache für Kinder in Afrika. Das Immunsystem vieler Kinder ist so geschwächt, dass sie der von Moskitos übertragenen Krankheit nichts entgegen zu setzen haben. Aber auch viele Erwachsene werden mit dem Erreger infiziert. Hohes wiederkehrendes Fieber, Schüttelfrost und Magen-Darm-Beschwerden sind die Folge.

Es gibt zwar keinen Impfstoff gegen Malaria, aber Präventionsmaßnahmen, gute Diagnostik und wirksamen Medikamente können helfen, die Krankheit in den Griff zu bekommen.

Die Organisation action medeor schickt medizinische Teams in die betroffenen Gebieten. Die Helfer informieren in Schulen und Gemeinden über die Krankheit, zeigen den Menschen, wie sie Moskitonester zerstören, sich mit Netzen schützen und die Krankheit früh erkennen können.

Neben den Vorbeugemaßnahmen fördert medeor auch die Produktion von Medikamenten gegen Malaria. Der Wirkstoff Artesunate, der aus der Pflanze Artemisa annua gewonnen wird, gilt derzeit als das effektivste Mittel. Für die meisten Afrikaner sind die aus diesem Wirkstoff hergestellten Medikamente aber zu teuer.

Deshalb unterstützt action medeor in Tansania und Kenia die Produktion hochwertiger und preisgünstiger Arzneien. Ein Anbieter ist das tansanische Pharmaunternehmen Tanzania  pharmaceutical Industries, es stellt seit 2003 Malaria-Tabletten und -sirup für Kinder her.Der Wirkstoff Artesunate muss bisher jedoch zu einem hohen Preis in Asien eingekauft werden.

Das soll sich ändern. Medeor beteiligt sich mit 100.000 Euro an einem Eine-Million-Euro-Projekt, das den lokalen Anbau der Heilpflanze durch Kleinbauern in Tansania und Kenia fördert. Der Wirkstoff wird in einer Anlage des Kooperationspartners Advanced Bioextracts in Kenia aus den Blättern extrahiert und weiterverarbeitet.

40.000 Euro will medeor investieren, um das Verfahren weiter zu optimieren. Weitere 30.000 Euro werden für das Saatgut benötigt. Der gesamte Prozess vom Anbau der Pflanze bis zum fertigen Arzneimittel soll in der Region stattfinden, damit Malariapatienten in Ostafrika mit preisgünstigen und wirksamen Medikamenten versorgt werden können – und damit eine Überlebenschance bekommen.

Weitere Informationen unter: www.medeor.org

BZFO (2007)

Zurück ins Leben

Das Behandlungszentrum für Folteropfer (bfzo) sammelt Spenden für ressourcenorientierte Therapien.

Folter ist eine grundlegende Menschenrechtsverletzung, die von der internationalen Staatengemeinschaft als Verstoß gegen die Menschenwürde verurteilt wird und nach internationalem Recht verboten ist.

Dennoch wird sie weiterhin angewandt, tagtäglich und in zahlreichen Ländern rund um den Erdball.Amnesty international dokumentiert in mehr als 100 Ländern Folterungen und Misshandlungen durch Sicherheitskräfte, Polizisten oder Angehörige anderer staatlicher Institutionen.

Die Opfer von Folter sind schwer traumatisiert und seelisch krank. Sie  leiden an chronischen Schmerzzuständen, unkontrollierbaren Erinnerungen, Schlafstörungen mit Alpträumen, psychosomatischen Beschwerden, Konzentrations- sowie schweren Depressionen. Bei manchen Betroffenen richtet sich die Wut nach außen, und sie werden gewalttätig gegen ihre Umwelt.

Das bfzo, Behandlungszentrum für Folteropfer, bietet betroffenen Erwachsenen und Kindern Hilfe nach einem ganzheitlichen Behandlungskonzept. Therapiert werden körperliche Leiden, seelische Langzeitschädigungen und psychosomatische Störungen der Betroffenen. Wie eine Poliklinik organisiert, arbeiten 25 Experten aus verschiedenen Disziplinen eng zusammen.

Neben der medizinischen Versorgung steht das psychotherapeutische Angebot mit verschiedensten Ausrichtungen im Vordergrund. Es umfasst unter anderem Gesprächs-, Gestalt- und Verhaltenstherapie. Die Therapien sind in der Regel sehr personal- und zeitaufwändig.

Oft dauern sie zwei Jahre oder länger. Ein wichtiges Anliegen der  Mitarbeiter des bzfo sind die so genannte ressourcenorientierten Therapien wie Kunst-, Musik- und  Gestaltungstherapie sowie die Arbeit im so genannten Heilgarten. Die Kosten für eine solche Behandlung, die bei 50  Euro pro Stunde liegen, müssen seit 2005 komplett über Spenden finanziert werden.

Die Musiktherapie bietet Folterüberlebenden Raum, Trauer und Schmerz auszudrücken. In den meisten Herkunftsländern sind Musik und Tanz wichtiger Bestandteil der kulturellen Identität. Seelische Verletzungen können durch sie ausgedrückt und aufgearbeitet werden. Ebenso hilft ein selbst gemaltes Bild oder eine gestaltete Plastik den Betroffenen, zunächst auf nonverbaler Ebene in Kontakt mit Therapeutinnen und Therapeuten zu treten.

Darüber hinaus entdecken die Patienten ihre eigenen Ressourcen neu, können ihre Kreativität neu beleben. Ihre Werke lassen sich aufbewahren und haben dadurch Bestand. Ein wichtiges Signal für Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten und oft alles verloren haben.

Für das mit eigenen Händen Erschaffene erfahren sie Respekt und Anerkennung.

Weitere Infos: www.bzfo.de