Spenden 2010

KINDERKULTURKARAWANE (2010)

Unter dem Titel „Eine Bühne für die Jugend der Welt“ bietet die KinderKulturKarawane
Jugendgruppen aus Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas die
Möglichkeit, in Deutschland aufzutreten und damit gleichzeitig soziale
und kulturelle Projekte in ihren Heimatregionen zu finanzieren.

Seit der ersten KinderKulturKarawane im Jahr 2000 sind jedes Jahr
fünf bis sieben Kinder- und Jugendkulturgruppen aus drei Kontinenten
mit ihren künstlerischen Produktionen in Deutschland unterwegs. Sie
treten meist in Schulen oder Jugendzentren auf und veranstalten
Workshops mit Kindern und Jugendlichen vor Ort, wo sie in deutschen
Familien untergebracht sind. Geplant und finanziert wird die
KinderKulturKarawane vom Büro für Kultur- und Medienprojekte. Die
kleine Hamburger Organisation organisiert alles von Reisen und
Unterkunft über die Visafragen bis hin zu den Auftritten für die
Gruppen.

Was die KKK damit über die Jahre geleistet hat, lässt sich nur zum
Teil in Zahlen ausdrücken. 50 Gruppen aus 21 Ländern haben bis jetzt an
der KinderKulturKarawane teilgenommen und mehr als 1.700 Aufführungen
und Workshops absolviert, die alljährlich etwa 80.000 Menschen
erreichen. Die gleichberechtigten interkulturellen Begegnungen zwischen
den Jugendlichen aus verschiedenen Ländern und die Anerkennung für die
kreative Arbeit der Theater- und Musikgruppen haben einen Wert, der
sich nicht beziffern lässt. Die Auftritte haben jedoch auch einen ganz
konkreten finanziellen Effekt. Das Geld, das die Gruppen dabei
einnehmen, nutzen sie für die Weiterentwicklung der sozialen Projekte
in ihren Heimatländern. Über die Jahre kamen für diese bisher insgesamt
380.000 Euro zusammen.

Dank Ihrer Hilfe können zwei der Projekte zusätzlich finanziell
unterstützt und ihnen damit die Möglichkeiten gegeben werden, einige
ihrer aktuellen Pläne umzusetzen und weiter Arbeitsplätze zu schaffen. Insgesamt erhielt die KinderKulturKarawane mit zwei Projekten in Bolivien und Südafrika einen Spendenbetrag von 77.225 Euro.

Für ihre Arbeit wurde die KinderKulturKarawane bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als offizielles Projekt der UN-Dekade
„Bildung für nachhaltige Entwicklung" durch die Deutsche
UNESCO-Kommission und als „best-practise“-Projekt für Bildung für
nachhaltige Entwicklung / Globales Lernen durch das Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (2008).

Golden Youth Club in Winterveldt, Südafrika

COMPA aus El Alto in Bolivien

www.kinderkulturkarawane.de


LITERATURWERKSTÄTTEN Mirijam Günter (2010)

„Die Kluft bleibt unverändert tief“ titelte die FAZ im Juni diesen
Jahres anlässlich der Veröffentlichung des dritten Bildungsberichts im
Auftrag von Bund und Ländern. Sie fasste damit eines der wesentlichen
Ergebnisse des Berichts zusammen: die nach wie vor starke Abhängigkeit
des sogenannten Bildungserfolgs von sozialer Herkunft,
Migrationshintergrund und Geschlecht.

Literaturarbeit mit Jugendlichen

Wer daran etwas ändern will, ist nach wie vor meist auf
Privatinitiativen angewiesen – Leute die sich engagieren, um etwas zu
verändern, so wie die Schriftstellerin Mirijam Günter. Wer wie sie
loszieht, um Menschen Literatur näherzubringen, die damit sonst
wahrscheinlich keine Berührung hätten, dem schlägt viel Unverständnis
entgegen. Mirijam Günter tut es trotzdem – in Förderschulen,
Hauptschulen oder Jugendgefängnissen führt sie seit vier Jahren
erfolgreich Literaturwerkstätten durch und stößt Türen auf zur Welt von
Sprache und Literatur.

Dabei sind selbst viele der Schüler, die ihr begegnen, anfangs der
Meinung, das kann nicht passen – sie und Literatur. Am Ende einer Woche
mit Schiller, Heine und der Auseinandersetzung mit Sprache stehen Texte
und Gedichte, die sie selber geschrieben haben, ganz neue Perspektiven
und das Wissen, dass Literatur nicht nur etwas für die Anderen ist. "In
der Literaturwerkstatt haben wir viele neue Dinge kennengelernt, wir
haben gemeinsame Ideen ausgetauscht", beschreibt es ein Teilnehmer .

Mirijam Günter gelingt es, diesen Zugang zu Sprache und Literatur
herzustellen vielleicht besser als manch anderen, da sie beide Seiten
kennt. Sie ist Schriftstellerin. Literatur und Sprache sind ihr Beruf.
Gleichzeitig hat sie in ihrem Leben viel von dem erlebt und gesehen,
was auch die Jugendlichen, mit denen sie arbeitet, geprägt hat. Sie hat
es nach einer Heim- und Hauptschulkarriere „die sich gewaschen hat“
geschafft, Schriftstellerin zu werden, hat für ihr erstes Buch „Heim“
den Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg 2003 erhalten,
mittlerweile zwei Jugendbücher veröffentlicht und schreibt – wenn sie
nicht an Schulen und in Gefängnissen unterwegs ist – an ihrem dritten
Roman.

Ihre Arbeit mit Jugendlichen zu finanzieren ist bislang allerdings
ein sehr schwieriges Unterfangen. Das Geld für eine einwöchige
Literaturwerkstatt bewilligt zu bekommen, scheitert für viele
Einrichtungen am oben erwähnten Unverständnis. „Das haben Sie nicht von
mir, aber Literatur und Sonderschule das passt nicht zusammen“, ist nur
eine der Rückmeldungen, die Mirijam Günter auf einen der vielen
abgelehnten Anträge bekommen hat. So mussten viele interessierte
Schulen bisher abgewiesen werden. Günters Honorar für ihre Arbeit ist
zwar bescheiden, aber die Gesamtkosten für die Literaturwerkstatt
inklusive Reisekosten, Unterbringung und Materialien summieren sich auf
ca. 1.000 Euro und die wenigsten Haupt- oder Sonderschulen haben
Fördervereine, die ein derartiges Unterfangen finanzieren könnten.

Das Projekt

JUVE hat eine Organisation gesucht, die die Rahmenbedingungen
schafft, um die Literaturarbeit mit den Kindern und Jugendlichen zu
finanzieren und auszubauen. Zusammen mit der Jugendkunstschule Köln
e.V. wurde ein Projekt entwickelt, mit dem zum einen die
Literaturwerkstätten von Miriam Günter für mehr Schulen und
Einrichtungen in Deutschland möglich gemacht werden und das zudem die
Perspektive bietet, diese auch auf andere Autoren zu erweitern. 

Als ein Träger der freien Jugendhilfe in Köln bietet die 1983
gegründete Organisation Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer
Vorbildung die Möglichkeit, in Kursen, Workshops und Projekten ihre
Kreativität zu entwickeln.

Die Programmangebote der Jugendkunstschule umfassen neben den Kursen
und Workshops in den Bereichen Bildende Kunst, Musik und
musikalisch-künstlerischer Früherziehung auch Projekte zur Sprach- und
Leseförderung in Schulen, Anti-Gewalt-Training (Video-, Tanzprojekte),
bis hin zu größeren Stadtteilprojekten mit Schulen, Jugend- oder
Bürgerzentren, die ab 2011 durch die Literaturwerkstätten mit Mirijam
Günter und Jugendlichen in Haupt- und Förderschulen ergänzt werden.

Bei den JUVE Awards 2010 erhielt das Projekt Literaturwerkstätten mit der Schriftstellerin Mirijam Günter, umgesetzt mit der Jugendkunstschule Köln e.V., einen Spendenbetrag von 67.175 Euro.

Artikel von Mirijam Günter über ihre Literaturarbeit in Schulen und Gefängnissen in der Süddeutschen Zeitung

Jugendkunstschule Köln e.V.

Mehr zu Mirijam Günter bei Wikipedia