Spenden 2012

JUNGE VORBILDER (2012)

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Rüdiger Albert (JUVE), Mona Taghavi Fallapour vom Projekt Junge Vorbilder

Junge Vorbilder – Mentoren machen Aufstieg durch Bildung möglich

 Die „jungen Vorbilder" des gemeinnützigen Vereins Verikom sind Studierende mit Migrationshintergrund, die meist zudem aus sozial benachteiligten Stadtteilen Hamburgs stammen. In diesem Projekt geben sie ihre wertvollen Erfahrungen an Schüler und Schülerinnen in den Stadtteilen weiter, in denen sie selbst groß geworden sind.

Mentoren und Rollenvorbilder

Ein Modell, bei dem alle profitieren: In dem bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Projekt begleiten und fördern Studenten als junge Mentoren Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund der 8.-11. Klassen beim erfolgreichen Übergang in die gymnasiale Oberstufe oder beim Realschul-Abschluss. Die Mentoren sind zwischen 19 und 26 Jahren alt und kommen selbst aus Einwandererfamilien. Alle haben in Deutschland ihr Abitur gemacht und studieren jetzt an einer Universität oder Fachhochschule, sie sind daher nicht nur Nachhilfelehrer, sondern auch Erfahrungs- und Rollenvorbilder. Sie haben zum Teil denselben muttersprachlichen und kulturellen Hintergrund wie ihre Mentees und haben während ihrer Schullaufbahn meist sehr ähnliche Erfahrungen gemacht.

Die Mentoren sind in der Regel nur einige Jahre älter als die Schüler, die sie betreuen. Sie sind eben keine Eltern und Lehrer, sondern werden eher wie ältere Geschwister oder Cousins wahrgenommen. Aber diese jungen Mentoren haben bereits etwas erfolgreich geschafft, das bei den Mentees gerade erreicht werden soll - nämlich einen guten Schulabschluss zu machen.

Besonders in sozial-emotionaler Hinsicht fungieren die Mentoren für die Schüler als Rollenmodelle und Ratgeber, die sie dazu befähigen sollen, ihre eigenen Lösungsstrategien und -wege zu entwickeln. Dazu gehört Selbstbewusstsein ebenso wie eine realistische Einschätzung der eigenen Möglichkeiten und Potenziale. Das gilt im Prinzip auch für die Begleitung in den jeweiligen Fächern, in denen Nachhilfe nötig ist.

Mentoring-Ansatz und Projektstruktur

Bei einem intensiven Basistraining werden neue Mentoren mit dem Mentoring-Ansatz vertraut gemacht und auf ihre Tätigkeit in allen Aspekten vorbereitet. Regelmäßig erhalten sie Fortbildungen, z.B. zu neuen Fachinhalten der Hauptfächer oder zu Lerntechniken. Monatliche Mentorenabende ermöglichen den gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Viele der Mentoren sind Lehramtstudenten, die wiederum auch für ihre eigene berufliche Laufbahn von der Mentoringerfahrung und den didaktischen Fortbildungen profitieren.

Das Projekt arbeitet eng mit den Schulen zusammen. Eine gute Kooperation kann sich sehr positiv auf das Lernklima in einzelnen Klassen oder der Schule insgesamt auswirken. Mentor-Mentee-Beziehungen werden aber auch auf Initiative der Schüler und Eltern selbst oder über außerschulische Einrichtungen vermittelt.

Das Mentoring selbst besteht aus Nachhilfe, sozial-emotionaler Begleitung sowie Schul- und Berufsorientierung. Es findet in der Regel bei den Schülern zuhause statt. Dadurch können die Mentoren auch das häusliche und familiäre Umfeld der Schüler kennen lernen und einen guten Kontakt zu den Eltern aufbauen.

Regelmäßigkeit und Verbindlichkeit sind zentrale Faktoren. Die Familien zahlen einen festen Beitrag für die Mentoringstunden an die Mentoren. Der zeitliche Rahmen für das Mentoring umfasst 2-3 Stunden 2x die Woche.

Weiterentwicklung durch Ihre Spenden

Seit seinem Start hat sich das Projekt erfolgreich entwickelt – finanziert durch Spenden und v.a. öffentliche Fördergelder konnten immer mehr Schüler und Schulen in das Betreuungsnetzwerk eingebunden werden.

Zuletzt hat sich die Fördersituation für das Projekt jedoch stark geändert: im Rahmen der Hamburger Schulreform werden öffentliche Gelder nun ausschließlich dafür eingesetzt, Kinder zu fördern, die nach neuer Regelung nicht mehr sitzenbleiben dürfen. Einerseits werden nun für Kinder mit Bildungsrückstand deutlich mehr Ressourcen eingesetzt, andererseits fallen Schüler, deren Leistungen zu gut für die Förderberechtigung sind, aus der Lernförderung heraus.

Das trifft ausgerechnet die Schüler, die großes Potential aber zu wenig familiäre Unterstützung haben. Zusätzlich erschwert wird die Situation für diese Schüler, wenn die Familien auch das Geld für die Mentoringstunden nicht aufbringen können. Gleichzeitig ist der Bedarf da: jedes Jahr bewerben sich mehr potentielle Mentoren und Mentees als aufgenommen werden können, besonders unter den derzeitigen Bedingungen.

Ein erfolgreiches Projekt zu erhalten und seine Weiterentwicklung zu ermöglichen, ist das Ziel. Mit den diesjährigen Spendengeldern soll u.a. die Wiederaufnahme eines Stipendienprogramms für die vielversprechenden jungen Menschen ermöglicht werden, die das größte Potenzial für den Bildungsaufstieg zeigen, deren Familien aber die Mentoringstunden nicht voll zahlen können. Darüber hinaus werden die Spendengelder der JUVE Awards 2012 in die Ausweitung des Angebots und die Ausbildung und Koordination neuer Mentoren fließen.

Verikom e.V.

Der Verein hinter dem Projekt „Junge Vorbilder ist ein gemeinnütziger Träger der interkulturellen Sozial- und Bildungsarbeit in Hamburg. Verikom bietet Weiterbildung, Beratung und Coaching für Menschen mit Migrationshintergrund an und ist an mittlerweile sieben Standorten in Hamburg vertreten, die als Integrationszentren von der Stadt gefördert werden.

2004 wurde das Projekt „Junge Vorbilder“ gegründet. Seit dem Bestehen wurden bereits 250 Studierende aus allen Fachbereichen erfolgreich ausgebildet und an ca. 500 Mentees weitervermittelt. Derzeit sind ca. 65 Mentoren und Mentorinnen an 12 Schulen in Hamburg aktiv. Das Projekt wurde bundesweit mehrfach ausgezeichnet, u.a. als „Bildungsidee 2011“ und zuletzt im April 2012 mit dem Preis der Hamburger Bürgerstiftung.

http://www.verikom.de/projekte/junge_vorbilder/

http://www.land-der-ideen.de/bildungsideen/preistraeger/junge-vorbilder-mentoring-vor-ort

http://www.buergerstiftung-hamburg.de/der_preis_der_buergerstiftung_hamburg/

VIVA CON AGUA (2012)

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Eva Flick (JUVE), Matthias Rüsch von Viva con Agua 

Sauberes Wasser und sanitäre Grundversorgung für alle Menschen!

Dieses Ziel hat sich Viva con Agua auf die Fahnen geschrieben. Dafür arbeitet die Organisation seit 7 Jahren mit der Welthungerhilfe zusammen, um Trinkwasserprojekte in der ganzen Welt zu fördern. Ob Wasserspender auf Kuba, Tiefbohrbrunnen und sanitäre Anlagen in Äthiopien, Quelleinfassungen und Hygieneschulungen in Ruanda, oder Trinkwasserverteilungssysteme in Ecuador: Ziel ist es immer, angepasst an die sozialen und klimatischen Bedingungen, vor Ort die Trinkwasserversorgung und die sanitären Bedingungen für die Bevölkerung zu verbessern.

Die Verteilung der Ressource Wasser, sowie der Zugang zu Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung sind eines der größten sozialen Probleme des 21. Jahrhunderts. Die Zahlen sind ernüchternd: Weltweit haben 783 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zudem leben über 2,5 Milliarden Menschen ohne angemessene sanitäre Basisversorgung. Und es sind die ökonomisch schwächsten Bevölkerungsteile der Erde, die am meisten unter der zunehmenden Verknappung der Ressource Wasser zu leiden haben. Besonders Afrika gilt als als Brennpunkt bei der Versorgung mit Trinkwasser und bei der Abwasserentsorgung.

Wasserprojekt im Süden Kenias

Für die JUVE Awards 2012 haben wir ein konkretes Projekt im Kajiado Distrikt im Süden Kenias, ausgesucht, mit dem die Trinkwasserversorgung von 42.000 Menschen gesichert werden kann die in den trockensten und anfälligsten Gebieten des Distrikts leben.

Die Welthungerhilfe führt in der häufig von Dürren geplagten Region bereits seit 5 Jahren Projekte durch, mit dem Ziel einer effizienten Katastrophenprävention und um die Selbsthilfekapazitäten der Einwohner in Dürrephasen durch die Schaffung ausreichender Trinkwasservorräte zu steigern.

Im Rahmen des Projekts werden vier große Felsregenfänge mit angeschlossenen Wassertanks gebaut. Dort wird Regenwasser gespeichert, um so die Trinkwasserversorgung zu verbessern und eine Absicherung gegen weitere Dürrekatastrophen zu schaffen. Jeder dieser Tanks fasst 225m³, dazu werden zwei Schulen mit Dachregenfängen und je einem 50m³ Tank ausgestattet.

Weitere Ziele des Projekts sind neben der Verbesserung der Grundversorgung auch das nachhaltige Management der Trinkwasservorräte durch Wasserkomitees, sowie die Verbesserung der sanitären Bedingungen, um Verunreinigungen des Trinkwassers durch mangelnde Hygiene und Sanitäreinrichtungen vorzubeugen.

Hierfür werden zum einigen einfache Testkits eingeführt, mit denen die Trinkwasserqualität an den Wasserkiosken, den Wasserausgabestellen, ohne großen technischen Aufwand überprüft werden kann und die den Wasserkomitees vor Ort ermöglichen, ggf. Wasserreinigungsmaßnahmen durchzuführen.

Zielgruppen des Projekts sind v.a. Masai, die in diesen Gebieten leben und hier wiederum die Frauen, Alten und Kinder, die nicht mit den Viehherden umherziehen, sondern in kleinen Siedlungen sesshaft geworden sind.

Das Projekt wird von Viva con Agua co-finanziert und von der Welthungerhilfe umgesetzt.

Viva con Agua

Viva con Agua wurde 2005 von dem St.Pauli-Mittelfeldspieler Benny Adrion gegründet, nachdem dieser im Trainingslager auf Kuba auf Wasserproblematik aufmerksam geworden ist. Seitdem haben sich durch die Arbeit von Viva con Agua die Lebensbedingungen von 130.000 Menschen weltweit nachhaltig verbessert.

Derzeit fließen 94% der Spenden direkt in Projekte (91% für Wasserprojekte der Welthungerhilfe und 3% für die Projektarbeit Bildung von Viva con Agua), nur 6% werden für Verwaltungskosten abgeführt.

Viva con Agua hat sich in ihrer Arbeit darauf konzentriert Spenden zu generieren und Projekte auszuwählen, die von erfahrenen, geprüften Hilfsorganisationen durchgeführt werden.

91% der von Viva con Agua generierten Spenden fließen an die Welthungerhilfe. Sie ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland, die seit 1962 Projekte professionell und nachhaltig realisiert. Die Welthungerhilfe leistet Hilfe aus einer Hand: Von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungshilfe mit einheimischen Partnerorganisationen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe.

http://www.vivaconagua.org/