azur Award 2011 Aus- und Fortbildung
Entscheidend für die Wahl ist die dynamische Entwicklung, die der Arbeitgeber im Vergleich zum Vorjahr bei der Förderung der Aus- und Fortbildung von Juristen gemacht hat. In dieser Kategorie hat die Redaktion besonders auf die folgenden Aspekte geschaut:
- Wie bildet der Arbeitgeber junge Juristen fachlich aus?
- Welche Angebote zum Erwerb wirtschaftlicher Expertise und Soft Skills bietet er?
- Beinhaltet sein Angebot auch internationale Aspekte?
Siemens
So gut wie heute war das Angebot an Aus- und Fortbildung für Juristen noch nie. Auch die Karrierewege waren nie so transparent – bei Siemens stehen die Zeichen auf Personalentwicklung. Das Unternehmen hat die Korruptionsaffäre im vergangenen Jahr endgültig für sich abgeschlossen und die Prioritäten durch ein neues, unglaublich ausgefeiltes Personalprogramm verschoben. Wer bereit ist, sich auf den Dax-Riesen einzulassen, arbeitet – so jedenfalls bewerten es Siemens-Juristen und externe Kollegen gleichermaßen – “auf Augenhöhe mit Großkanzleien”, in einem “exzellent vernetzten internationalen Team” und “super eng am operativen Geschäft”.
Mehr kann sich ein ambitionierter Berufseinsteiger von einem Unternehmen kaum wünschen. Denn auch die Weiterbildung erfolgt auf höchstem Niveau: In den ersten drei Jahren absolvieren die Neu-Siemensianer jetzt drei mehrtägige Kolloquien, die zum Teil im Ausland stattfinden. Ein Learning-Campus führt die Juristen zum Beispiel in die USA oder nach China. Je nach Bedarf gibt es weitere Fortbildungen zu juristischen und nichtjuristischen Themen von Business Skills bis zu Rhetorik. Begleitet wird der Jungjurist dabei zunächst von einem Mentor. Danach heißt es, sich endgültig freizuschwimmen.
Talente zu entdecken und gezielt zu fördern, hat sich Siemens wie kaum ein anderes Unternehmen auf die Fahnen geschrieben. Klar definierte Karrierewege und ein hohes Maß an Transparenz, das jedem Mitarbeiter erlaubt, sich selbst einzuschätzen, sind zentrale Bestandteile des neu eingeführten Entwicklungsprogramms. Mit den umfangreichen Fortbildungsmöglichkeiten und einem frühzeitigen Fokus auf Fähigkeiten wie Personalführung, strategisches Verständnis und interkultureller Sensibilität meistert Siemens gleich zwei aktuelle Herausforderungen von Rechtsabteilungen mit Bravour: Das Unternehmen züchtet sich den eigenen Nachwuchs heran, baut Führungskräfte selbst auf, anstatt auf Quereinsteiger von Kanzleien setzen zu müssen. Und dank eines detaillierten Stufenplans mit klar definierten Karriereoptionen dürften auch vereinzelte Klagen der Siemens-Juristen über mangelnde Aufstiegschancen schon bald der Vergangenheit angehören.
Nominierte:
- Hogan Lovells: setzt mit ihrem innovativen Coaching-Programm Maßstäbe
- Kliemt & Vollstädt: Intensive Ausbildung in der internationalen Ius-Laboris-Academy
- Raue: hat für die Selbstständigkeit ein neues Ausbildungskonzept entwickelt
- Sonntag & Partner: Associates lernen nach einer ausgeklügelten Struktur