JUVE Kanzlei des Jahres

Informationstechnologie

  • Unternehmen rüsten sich für die neue EURichtlinie
  • Datenschutz befeuert in vielen Kanzleien die Schnittstellenberatung
  • ‚Bring your own Device‘ sorgt für weiteren Beratungsbedarf

In diesem Kapitel wird einerseits das klassische EDV-Recht, bestehend aus Verträgen und Prozessen (Systemimplementierungen, Softwarelizenz- u. -entwicklungsverträge sowie Vertriebs-, Kartell- u. Wettbewerbsrecht) behandelt, zudem spielen die Themen Datenschutz, IT-Sicherheit und Compliance, aber auch IT-Vergaben eine Rolle. Andererseits bildet das transaktionsgetriebene Geschäft, wozu Outsourcing-Deals, die Auslagerung von einzelnen Geschäftsprozessen (sog. Business Process Outsourcing) sowie die Begleitung von Transaktionen zählen, einen zentralen Bereich des Kapitels.

Die in klassisches (Verträge und Prozesse) und transaktionsgetriebenes Geschäft (inklusive Outsourcing) unterteilten Rankings verdeutlichen die Positionierung der jeweiligen Kanzleien. Da im Zusammenhang mit den hier behandelten Themen regelmäßig Fragen des Marken- und Wettbewerbsrechts und Vertriebsrechts auftauchen, sollten auch diese Kapitel konsultiert werden.

In Büros mit Schwerpunkt in der Medienbranche gehört die Beratung an der Schnittstelle zu Medien u. Telekommunikation, v.a. im Zusammenhang mit dem Internet u. dem Zusammenwachsen von Inhalten u. Technologie, zum Tagesgeschäft. Eine Übersicht zu Kanzleien, die mit fachübergreifenden Teams bei aktuellen Untersuchungen/internen Ermittlungen beraten und Unternehmen beim strukturellen Aufbau von Compliance begleiten, findet sich unter Compliance-Untersuchungen.

Entwicklungen

Datenschutz und kein Ende. Die angekündigte EU-Richtlinie befeuert auch weiterhin den Beratungsbedarf der Unternehmen – selbst wenn sich mittlerweile eine gewisse Ernüchterung breit gemacht hat. Denn wann die Richtlinie wirklich kommt, kann niemand sagen. Absehbar ist allerdings, dass sich ausnahmslos alle Unternehmen danach richten müssen und die Strafen empfindlich hoch ausfallen können. So nahm das Thema zuletzt wieder einmal mehr Raum in den IT-Praxen ein als in den Jahren zuvor.

Datenschutz ist zum zentralen Beratungsfeld geworden

Der Datenschutz spielt außerdem in viele Schnittstellenbereiche hinein: im Beschäftigtendatenschutz genauso wie im wachsenden IT-Compliance-Markt, bei Transaktionen und Outsourcings. Entsprechend eng arbeiteten viele IT-Praxen zuletzt beispielsweise mit den Teams aus dem Arbeits- oder Gesellschaftsrecht zusammen. Gerade bei Unternehmenskäufen sind die Datenschutzexperten bei Due Diligences kaum mehr wegzudenken. Auch das Thema Cloud-Computing als spezielle Form des Outsourcings ist im Wesentlichen von Datenschutzfragen geprägt. Ähnlich sieht es in Fragen zu Big Data, ‚Bring your own Device‘ u. des E-Commerce – Letzteres an der Schnittstelle zu Medien – aus, die in den IT-Praxen ungemindert für Arbeit sorgen.

Ein weiteres viel diskutiertes Thema bleiben daneben IT-Lizenzen. Die Entscheidung des EuGH vom Sommer vergangenen Jahres im Verfahren Usedsoft gegen Oracle treibt manche Unternehmen um, genauso wie die Entscheidungen vom BGH ‚M2Trade‘ bzw. ‚Take Five‘, in denen es um die Frage geht, was mit Lizenzen im Falle der Insolvenz des Hauptlizenzgebers geschieht. Einen stärkeren Trackrecord können dagegen manche Kanzleien bei IT-Outsourcings verzeichnen, wenn auch die Megadeals in diesem Bereich nach wie vor ausblieben.

Der Markt

Entsprechend der Marktentwicklung bescherte der Datenschutz gerade solchen Kanzleien viele Mandate, die schon früh auf dieses Thema gesetzt haben und heute dementsprechend von ihrer Erfahrung profitieren, wie beispielsweise Latham & Watkins, Noerr, SSW Schneider Schiffer Weihermüller und auch DLA Piper.

Dass das Thema in so vielen Schnittstellenbereichen eine Rolle spielt, kommt dabei vor allem solchen Einheiten zugute, die breit aufgestellt sind. Dazu zählt mit ihren Schnittstellen zum Arbeitsrecht und Compliance z.B. Hogan Lovells, aber auch Oppenhoff & Partner, Noerr oder Baker & McKenzie sind hier häufig gefragt.

Kanzleien verfolgen äußerst unterschiedliche Strategien bei ihrer Aufstellung

Einen Sonderweg wählte zuletzt Freshfields Bruckhaus Deringer: Sie splittete die IT-Praxis auf, sodass die Anwälte nun den Gruppen Dispute Resolution oder Corporate angehören – eine Aufteilung, die in der Praxis ohnehin schon gelebt wurde. Dagegen setzten Kanzleien wie Bird & Bird, Osborne Clarke und Noerr unvermindert stark auf die IT-Praxen, womit sie vor allem bei Transaktionen mit hohem IT-Anteil punkten. Bei Outsourcing hatten zuletzt wieder solche Kanzleien die Nase vorn, die von jeher stark im Transaktionsgeschäft verwurzelt sind. Typische Beispiele sind White & Case und Heymann & Partner, genauso wie die Outsourcing-starken Praxen von Noerr und Baker & McKenzie.

JUVE KANZLEI DES JAHRES
Informationstechnologie

 


PfeilJUVE Kanzlei des Jahres