JUVE Kanzlei des Jahres

Informationstechnologie

Beratung zum Datenschutz beherrscht die IT-Praxen

Selten waren sich IT-Rechtler so einig: „Die Beratung zum Datenschutz ist explodiert“. Obwohl die EU-Richtlinie wahrscheinlich erst 2015 verabschiedet wird, nahm das Mandatsvolumen schon in den Vorjahren signifikant zu. Aber spätestens seit die Diskussion rund um die NSA-Affäre regelmäßig die Zeitungen beherrscht, ist das Thema in der Gesellschaft – und damit in den Unternehmen – angekommen.

Denn Unternehmen sind bereit, früher für Datenschutz Geld in die Hand zu nehmen. Und so gewann das Thema auch an Relevanz für transaktionsgetriebene Großkanzleien, die Datenschutz in der Vergangenheit eher als Randgebiet betrachteten. Von Vorteil erweist sich dabei der Standort Deutschland. Gerade die USA-Mandanten sehen die deutschen Richtlinien noch immer als Maßstab.

NSA-Skandal verstärkt Misstrauen bei Unternehmen

Auch der anziehende Beratungsbedarf zu ‚Big Data‘ ist letztlich im Kern eine Frage des Datenschutzes. Je mehr Daten ein Unternehmen sammelt, desto mehr muss es sich kritische Fragen zum Umgang mit diesen Daten stellen lassen. Der NSA-Skandal hat zudem das Geschäftsfeld ‚Cloud Computing‘ nachhaltig beeinflusst. „Die Ereignisse haben für Misstrauen gesorgt“, fasst ein IT-Anwalt die Situation zusammen. Vor allem seit die US-Behörden Microsoft Ende vergangenen Jahres aufforderten, in Irland gehostete Daten herauszugeben, ist die Alarmbereitschaft bei den Unternehmen gestiegen.

IT-Prozesse wiederum bleiben ein Randgebiet. Das damalige ‚Used-Soft-Urteil‘ schlug hohe Wellen, doch seither gab es keine Urteile mehr, die derartige Spuren in der IT-Landschaft hinterließen.

Für IT-Praxen ist das Nischendasein zu Ende

Nicht zuletzt die Datenskandale des vergangenen Jahres haben dafür gesorgt, dass das Nischendasein für IT-Rechtler endgültig vorbei ist. Denn auch das klassische Transaktionsgeschäft ist ohne Datenschutz nicht mehr vorstellbar. Im Vorteil sind solche Kanzleien, die die Relevanz des Datenschutzes früh ahnten und sich entsprechend fokussierten. Von den größeren Einheiten sind das vor allem Latham & Watkins, Baker & McKenzie, Noerr und DLA Piper. Aber auch Boutiquen wie SSW Schneider Schiffer Weihermüller sind hier gut aufgestellt.

Gerade in den transaktionsgetriebenen Kanzleien zog zudem das Outsourcing-Geschäft an, bspw. bei White & Case, Heymann & Partner, Freshfields Bruckhaus Deringer und Baker & McKenzie, die besonders umfangreiche Deals beraten haben. Im eher kleinen Feld IT-Streitigkeiten sind dagegen weniger Player aktiv. Hier stachen Bird & Bird, Waldeck und Reed Smith hervor, die besonders Schiedsverfahren beschäftigten. Zwar gab es zuletzt keine großen IT-Prozesse, die die Branche beeinflussen wie seinerzeit das Verfahren um gebrauchte Software.Allerdings klagen Unternehmen häufiger dann, wenn sich Outsourcings im Nachhinein als fehlerhaft entpuppen.

Partnerernennungen werden häufiger

Dass die IT-Praxen strategisch durchaus von Bedeutung für das Gesamtgefüge der Kanzleien sind, zeigt außerdem eine andere Entwicklung: Im vergangenen Jahr wurden deutlich mehr IT-Anwälte in die Partnerreihen aufgenommen als in den Vorjahren.

 


Die Bewertungen behandeln einerseits Kanzleien, die im klassischen EDV-Recht, bestehend aus Verträgen und Prozessen (Systemimplementierungen, Softwarelizenz- und -entwicklungsverträge sowie Vertriebs-, Kartell- u. Wettbewerbsrecht) beraten, bei denen aber auch die Themen Datenschutz, IT-Sicherheit und Compliance und IT-Vergabe eine Rolle spielen.

Andererseits bildet das transaktionsgetriebene Geschäft, wozu Outsourcing-Deals, die Auslagerung von einzelnen Geschäftsprozessen (sog. Business Process Outsourcing) sowie die Begleitung von Transaktionen zählen, einen zentralen Bereich des Kapitels. Die in klassisches (Verträge und Prozesse) und transaktionsgetriebenes Geschäft (inklusive Outsourcing) unterteilten Rankings verdeutlichen die Positionierung der jeweiligen Kanzleien.

Da im Zusammenhang mit den hier behandelten Themen regelmäßig Fragen des ?Marken- und Wettbewerbsrechts und ?Vertriebsrechts auftauchen, sollten auch diese Kapitel konsultiert werden. In Büros mit Schwerpunkt in der ?Medienbranche gehört die Beratung an der Schnittstelle zu Medien u. Telekommunikation, v.a. im Zshg. mit dem Internet und dem Zusammenwachsen von Inhalten und Technologie, zum Tagesgeschäft. Eine Übersicht zu Kanzleien, die mit fachübergreifenden Teams bei aktuellen Untersuchungen/internen Ermittlungen beraten und Unternehmen beim strukturellen Aufbau von Compliance begleiten, findet sich unter ?Compliance-Untersuchungen.

 

 


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