MAYER BROWN

Nationaler Überblick Top 50
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Bewertung: Der Neustart der deutschen Praxis von MB gewinnt Schwung. Das Management der Büros – unter Dr. Guido Zeppenfeld weitaus konsequenter und nüchterner – macht sich bemerkbar. Die Verstärkung um den M&A-Partner Dr. Klaus Riehmer im Vorjahr zeigte unmittelbare Wirkung: Die Beratung des chinesischen Käufers bei der öffentlichen Übernahme von EEW Energy from Waste ist genau die Art von Arbeit, für die MB mit ihren starken Büros in China und Hongkong stehen sollte. Riehmers Zugang wirkte zudem als Katalysator für Gespräche mit Anwälten, die vor wenigen Jahren die US-Kanzlei nicht als ernsthafte Alternative angesehen hätten. Darunter etwa Dr. Julian Lemor, zuvor Leiter der Corporate-Praxis von King & Wood, der als Transaktionsspezialist mit guter Private-Equity-Praxis u. Notariat mit Birgit Hübscher-Alt eine aufstrebende Corporate-Partnerin mitzog. Ein Team um Dr. André Schwanna kam zudem von Clifford Chance u. brachte Erfahrung bei Transaktionen für Finanzinstitute, v.a. mit Restrukturierungsaspekten, in die Kanzlei. Personell verstärkt wurde auch die aufsichtsrechtl. Kapazität, was die Schlagkraft im Finanzsektor zusätzlich verbesserte.
Während Frankfurt auf gutem Weg ist, ist das Büro in Düsseldorf, für das MB ehrgeizige Pläne hatte, nun dünn besetzt, denn der dienstälteste Partner der Kanzlei in Deutschland, Christof Gaudig, verließ die Sozietät u. schloss sich der Kölner Kanzlei Oppenhoff an. Auch deshalb wird die Nutzung der Schnittstellen zwischen den Praxen für die weitere Entwicklung zentral. So bietet MB mit ihrer breit aufgestellten Arbeitsrechtspraxis, in der sich jüngere Partner profilieren, Kompetenz an, die in Kanzleien ihres Zuschnitts nicht weit verbreitet ist. Und die sich bereits im Restrukturierungsbereich auszahlt. Die Rekrutierung des Steuerrechtlers Volker Junge, ebenfalls von King & Wood, vervollständigte das Gesamtbild.
Siehe auch: ?Frankfurt; ?Düsseldorf; ?Brüssel.
Anwälte in Deutschland: 73
Internat. Einbindung: Transatlant. Kanzlei mit Büros an vielen US-Standorten (Stammsitz in Chicago), Mexiko u. in London. Seit einigen Jahren bereits große asiatische Büros, v.a. in Hongkong.
Entwicklung: Die Integration der vielen neuen Anwälte bleibt eine Herausforderung. Da ein Partner wie Lemor seinen eigenen Mandantenstamm im Bereich Private Equity mitbringt u. auch die anderen Zugänge gute Kontakte in Finanzkreise mitbrachten, sollte es nicht an Möglichkeiten mangeln, zügig die Vorteile der weltweit starken Marke der Kanzlei bei Banken u. Finanzinvestoren zu nutzen. Es bleiben trotzem noch Bereiche, denen Zuwachs gut tun würde: So hat etwa die Marktpräsenz der Immobilienpraxis in den vergangenen Jahren gelitten. Auch die Erweiterung der Kartellrechtspraxis auf die deutschen Büros hat die Kanzlei nicht mehr so intensiv verfolgt, wodurch sie bei wichtigen Marktentwicklungen außen vor bleibt, wie z.B. Kartellschadensersatz. V.a. aber in Düsseldorf reichen 2 Partner einfach nicht aus, um einen Vorstoß bei Industriekonzernen zu wagen – dem ursprünglichen Grund für die Präsenz in der Landeshauptstadt. Der Umzug in bescheidenere Räumlichkeiten ließ dabei viele Wettbewerber die Frage stellen, ob MB dauerhaft in Düsseldorf bleiben wird.