CBH Rechtsanwälte

Bewertung: Das Geschäft von CBH wird von einer treuen – meist mittelständisch geprägten – Klientel getragen. Zwar ist die Kölner Kanzlei nicht als herausragend dynamisch bekannt, doch ist bemerkbar, dass die Partnerschaft mehr als in früheren Jahren eine praxisübergreifende Tätigkeit pflegt. So arbeitet etwa die Immobilienpraxis eng mit den Umwelt- u. Planungsrechtlern u. zunehmend mit der M&A-Praxis zusammen. Letzteres zeigte etwa die Mandatierung durch Metropol beim Verkauf des Gürzenichquartiers in Köln – ein Mandat, das wie Bastei Lübbe die regionale Verwurzelung von CBH demonstriert. Von jeher eine feste Säule der Kanzlei, gelang auch der breit aufgestellte öffentlichrechtl. Praxis ein besonderer Fortschritt in der Energiebranche. Sie stand bspw. Thyssengas bei der Planfeststellung einer Erdgasfernleitung im Ruhrgebiet u. E.on Ruhrgas bei mehreren Pipelineprojekten zur Seite. Allerdings blickt die Kanzlei nicht in jeder Hinsicht auf das beste aller Jahre zurück. Dass Mandanten immer wieder auf CBH zurückkommen, ist zwar generell ein Kompliment, birgt jedoch auch Risiken. So sorgte CBHs Beratung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für Diskussion im Markt: Nach früherer arbeitsrechtlicher Beratung untersuchen nun Öffentlichkeits-, Verbands-, Arbeits- u. Presserechtler Vorwürfe von finanziellen Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit überhöhten Bezügen, Pensionszahlungen u. Immobiliengeschäften. Glücklos für CBH verlief das langwierige EnBW-Schiedsverfahren, in dem CBH die Landesregierung Baden-Württemberg sowie Neckarpri vertrat und verlor.
Personell gab es kaum Wechsel, allerdings ging Dr. Patrick Flesner nur 2 Jahre nach seinem Einstieg bei CBH zur Mandantin Metro. Das ist umso ärgerlicher, weil sich das Metro-Mandat im Vorjahr durchaus positiv innerhalb der Venture-Capital-Praxis entwickelt hatte. Eine erfahrene Counsel aus dem Bankendezernat wechselte in Richtung Kommunalpolitik.
Siehe auch: ?Köln.
Anwälte in Deutschland: 75
Internat. Einbindung: Etablierte Zusammenarbeit im Netzwerk Iurope, in dem 6 mittelgroße Kanzleien aus europ. Nachbarländern zusammenarbeiten. Zugleich besteht eine etablierte, aber nicht exklusive Zusammenarbeit mit der US-Kanzlei Holland & Knight. Beides betrifft v.a. den M&A-Bereich sowie das Arbeitsrecht.
Entwicklung: Mit der zunehmenden praxisübergreifenden Zusammenarbeit schafft sich CBH die Basis, ihre Beratung auch auf Compliance-Fragen zu erweitern – zumal bei ihrer mittelständischen Stammklientel viel Beratungsbedarf zu diesem Thema besteht. Dazu fehlt ihr jedoch ein IT-Rechtler, der explizit im Markt für das Thema Datenschutz steht. Hier mit einem erfahrenen Quereinsteiger – oder mittelfristig mit eigenem Nachwuchs – zu wachsen, könnte sinnvoll sein. Gleichzeitig stellt sich in einigen Praxisgruppen mittlerweile die Frage des Generationswechsels. In der M&A-Praxis ist der schon gut gelungen. Und auch die Vergaberechtspraxis geht dieses Thema erfolgreich an, denn hier wird schon die Associate-Riege zunehmend im Markt wahrgenommen. Die Tatsache allerdings, dass sich bei CBH Teilzeit u. Partnerschaft noch ausschließen, könnte sich auf Dauer als Hemmschuh erweisen, wenn die Kanzlei dadurch gute Köpfe verlieren sollte. Gerade in Köln macht in der umwelt- und planungsrechtl. Beratung eine junge Einheit wie Held Jaguttis vor, wie kleine u. flexible Einheiten zu Konkurrenten werden können.
Bitte beachten Sie auch das Kanzleiporträt:
CBH Rechtsanwälte GbR50672 Köln
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