Friedrich Graf von Westphalen & Partner

Bewertung: Ihre stärksten Praxen, die relativ separat, aber jeweils erfolgreich agieren, hat die Kanzlei mit dem Vertriebs- u. dem Versicherungsrecht in Köln sowie dem Corporate u. Markenrecht in Freiburg. Die Neueröffnung in Frankfurt vor 3 Jahren ermöglichte es FGvW, die Vernetzung innerhalb der Kanzlei zu intensivieren, indem sie Anwälte u. Praxisbereiche hinzugewann, die keinem der bestehenden Standorte angehörten. Auch deshalb war der Zugang der Arbeitsrechtlerin Dr. Sabine Schröter von Taylor Wessing ein vielleicht kleiner, wohl aber weiterer bedeutender Schritt.
Das schmaler aufgestellte Kölner Büro ist in seinen Fachbereichen sehr erfolgreich. Das gilt auch für die Prozessführung in Managerhaftungs- u. grenzüberschreitenden Produkthaftungsfällen, selbst nachdem sich ein Team um den anerkannten D&O-Spezialisten Björn Fiedler selbstständig machte. Vor diesem Hintergrund war es umso signifikanter, dass sich Köln nach dem Zugang des Transaktionspartners Arnt Göppert vor 3 Jahren erneut verstärkte: Ein Markenrechtler von CMS u. ein Baurechtler von Hogan Lovells verleihen Köln nun Kapazitäten in Bereichen, die zuvor nur in Freiburg präsent waren.
Das Büro im Breisgau ist noch immer mit Abstand die führende Kanzlei in der Region. Nur wenige auf den Mittelstand ausgerichtete Kanzleien können Arbeit an einer Serie öffentlicher Übernahmen vorweisen. Dabei gelingt es ihr, ein anderes Format von Nachwuchsanwälten für sich zu gewinnen als viele andere Kanzleien vor Ort, u. diese auch bis in die Partnerschaft zu halten. Dieser neuen Generation gelingt es immer besser, aus dem Schatten der Senior-Partner Gerhard Manz u. Dr. Barbara Mayer hervorzutreten.
Siehe auch: ?Baden-Württemberg; ?Köln.
Anwälte in Deutschland: 83
Internat. Einbindung: Kooperationsbüros in Brüssel, Alicante, Schanghai, Istanbul u. São Paulo. Zudem gut gepflegtes ww. Netzwerk.
Entwicklung: Die Herausforderung für FGvW besteht weiterhin darin, sich zu mehr als einer Inselgruppe einzelner exzellenter Praxen zu entwickeln. In der Partnerriege gibt es zwar Anwaltsteams, die zusammenarbeiten, das Vergütungssystem ermöglicht es u. ermutigt hierzu sogar. Allerdings ist ein koordinierter Ansatz, Spezialisierungen und Zusammenarbeit zu vereinen, um die Position im Markt zu verbessern, kaum erkennbar.
Doch sogar für das dominante Freiburger Büro könnte es Gründe für ein Umdenken geben, denn bei einem aktuellen Mandat trat eine ihrer Schwachstellen zutage: FGvW bekam nicht die Federführung bei der Beratung der Verlegerfamilie Herder beim Erwerb von Thalia übertragen, obwohl es gute Kontakte gab. Vielmehr ging diese an einen Private-Equity-Experten, da der Verkäufer der Finanzinvestor Advent war. Dies zeigt, dass der Markt ein Maß an Spezialisierung fordert, das wohl nur durch büroübergreifende Zusammenarbeit und Vernetzung aufgebaut werden kann. Viele auf den Mittelstand ausgerichtete Kanzleien beschleunigen interne Vernetzungsprozesse mit dem Ziel, sich genau die komplexen u. lukrativen Mandate zu sichern, die eine erhöhte Spezialisierung erfordern. Es ist nur schwer vorstellbar, wie sich FGvW diesem Trend ohne negative Konsequenzen widersetzen können wird.
Anwaltsporträts in dieser Kanzleibesprechung:
Björn Fiedler LL.M.Fiedler Cryns-Moll Jüngel FCMJ Rechtsanwälte Partnerschaft
Zum Porträt