P+P PÖLLATH + PARTNERS

Bewertung: P+P hat keinen Grund, an ihrem Geschäftsmodell Grundsätzliches zu ändern. Die bewährten Schwerpunkte Transaktionen, Steuern, Nachfolgeberatung, Fonds u. immer stärker Immobilien sorgen seit Jahren für Wachstum. Das Private-Equity-Team lieferte auch im letzten Jahr wieder eine beachtliche Dealbilanz, u.a. mit der Arbeit für EQT beim Verkauf von Energy from Waste. Daneben hat sich eine äußerst erfolgreiche Gesellschaftsrechtspraxis etabliert, die zuletzt zwar durch den Ausstieg 2er erfahrener Nachwuchsanwälte (zu GLNS u. Ego Humrich Wyen) in ihrer Expansion zurückgeworfen wurde, unter Wettbewerbern aber als exzellent gilt. Da es P+P schon seit Jahren immer wieder gelungen ist, unterhalb einer starken Partnergeneration alsbald die nächste aufzubauen, dürften die Weggänge keine dauerhafte Lücke reißen.
Doch auch wenn P+P mit ihrer stabilen Präsenz im Markt für wenig Schlagzeilen sorgte, vollzogen sich doch intern strukturelle Veränderungen, die für die Kanzlei von großer Bedeutung sind. Zuletzt gelang dies v.a. an der Schnittstelle von Fonds- u. Steuerrecht, wo P+P immer umfangreicher mehrere namhafte Private-Equity-Häuser begleitet. Noch wichtiger für die Zukunft der Kanzlei ist nun aber die spürbar stärkere Vernetzung der Schwerpunktbereiche untereinander. Als Vorreiter agierte hier zuletzt die Immobilienpraxis, der Wettbewerber in der Vergangenheit gelegentlich fehlenden strategischen Weitblick vorgeworfen hatten: Das Team arbeitet bei Transaktionen etwa für Deutsche Wohnen u. Union Investment eng mit den Steuer- u. Corporate-Spezialisten sowie der kleinen Finanzierungspraxis zusammen. Nur an der Schnittstelle von Immobilien- u. Fondsgeschäft warten noch ungehobene Synergien.
Siehe auch: ?Berlin; ?München.
Anwälte in Deutschland: 110
Internat. Einbindung: Unabhängige Kanzlei, die mit führenden, oft kleineren Spezialkanzleien im Ausland sehr gut vernetzt ist.
Entwicklung: Auch wenn das Geschäft momentan rund läuft, stellt sich doch stets die Frage, wie nachhaltig P+P aufgestellt ist. Dabei geht es weniger um den Generationswechsel, den P+P bislang stets schneller u. eleganter gemeistert hat als die meisten Wettbewerber, als um die Breite des Beratungsspektrums. Seit der letzten großen Wirtschaftskrise 2008 hat die Kanzlei v.a. die laufende Beratung im Steuer- u. Gesellschaftsrecht ausgebaut. Die gesellschaftsrechtl. Praxis hätte dabei heute das Zeug, zu einem echten Zugpferd der Kanzlei zu werden, personelle Verstärkung vorausgesetzt. Doch andere wachstumsträchtige Bereiche, die auch bei schlechterer Wirtschaftslage stabilen oder gar zunehmenden Mandatsfluss versprächen, bleiben unterentwickelt.
Viele Kanzleien haben in den letzten Jahren verstärkt auf den Ausbau von Litigation- oder Compliance-Kompetenz gesetzt. Bei P+P sind zwar die Gesellschaftsrechtler u. auch einzelne Transaktionsspezialisten immer wieder in Prozessen aktiv, z.B. bei Post-M&A-Streitigkeiten, doch als eigenständiger Schwerpunkt ist das Thema bislang nicht in der Kanzlei verankert. Zudem verlor die Kanzlei im Münchner Büro eine hier aktive Anwältin an Allen & Overy. Dabei wäre das Potenzial beträchtlich, gerade angesichts der extrem guten Vernetzung bei Unternehmerfamilien u. unternehmensbeteiligten Firmenvorständen. Ähnliches gilt für die Compliance- u. Governance-Beratung, die bisher eher Anhängsel der Steuer- u. Corporate-Aktivitäten der Kanzlei ist, aber gerade bei P+P’s Kernklientel an Bedeutung gewinnt. Für den Partnernachwuchs gäbe es hier zahlreiche Chancen, schnell ein eigenes Profil u. entsprechendes Geschäft aufzubauen.
Bitte beachten Sie auch das Kanzleiporträt:
P+P Pöllath + Partners10785 Berlin
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