Rödl & Partner

Bewertung: Ein Jahr nach dem Umbau an der Führungsspitze kann die MDP-Kanzlei erste Ergebnisse vorweisen: Unter der Leitung von Dr. José Campos Nave haben sich 2 Führungskreise u. eine Reihe von Praxisgruppenleitern etabliert, die die Entwicklung der Rechtsberatung strategisch vorantreiben. Neue Produkte werden nun systematischer angegangen, z.B. das Mitarbeiterdatenschutzrecht an der Schnittstelle von Arbeitsrecht u. IT. Zudem investierte die Kanzlei in ein neues IT-System für die Bearbeitung internat. Mandate u. ein neues Ausbildungsprogramm. v.a. aber treibt Rödl ihre fachlichen Spezialisierungen voran, was sich im Steuerbereich besonders gut beobachten lässt, in dem Dr. Hans Weggenmann das Ruder übernommen hat. Bestes Beispiel ist das Umsatzsteuerrecht, hier überzeugte Rödl zuletzt über ihre mittelständ. Stammklientel hinaus auch große Konzerne von sich. Ähnliches gelingt beim Thema Verrechnungspreise u. zeigt an, wie sich die Kanzlei über ihre Paradedisziplin – die Begleitung von Familienunternehmen im internat. Steuerrecht – erfolgreich hinausentwickelt.
Im Corporate-Bereich steht – trotz einiger Mandatierungen durch Konzerne – die Beratung von Unternehmen aus dem weltweit agierenden Mittelstand im Vordergrund. Mit ihren außergewöhnlich vielen Auslandsbüros begleitet Rödl ihre Stammklientel bei Investitionen, immer häufiger steht sie aber auch ausl. Investoren bei deren Investitionen in Deutschland zur Seite. Damit nutzt Rödl das Potenzial, das in ihrer weltweiten Aufstellung steckt, besser als früher. u. diese Möglichkeiten hat die Kanzlei noch einmal erweitert: So eröffnete die Kanzlei neue Standorte in Havanna/Kuba und Teheran.
JUVE Kanzlei des Jahres in: Steuerrecht.
Siehe auch: ?Bayern; ?Köln; ?Stuttgart; ?München.
Anwälte in Deutschland: 174
Internat. Einbindung: Vom Nürnberger Stammsitz aus hat Rödl ein weltweites Netz eigener Büros aufgebaut (v.a. Europa, Asien, Nord- u. Südamerika).
Entwicklung: Rödl schreibt sich auf die Fahnen, ihre mittelständische Klientel umfassend rund um den Globus zu beraten. Allerdings nutzt sie ihre Potenziale dafür bislang noch nicht optimal aus. Das Geschäft der Kanzlei ist aufgrund der langjährigen Autonomie der Partner immer noch sehr zersplittert, sodass es schwerfällt, Synergien zu heben. Eine genaue Analyse des Geschäfts u. eine anschließende Konzentration auf weniger Spezialisierungen, die gezielt u. abgestimmt weiterentwickelt werden, würde es erleichtern, den einzelnen Praxisgruppen ein schärferes Profil zu verleihen u. ihre Visibilität zu steigern. Denn gerade Fachbereiche, die für die globale Aufstellung der Mandanten essenziell sind, wie Vertriebs- u. Arbeitsrecht, u. die daher zum Kernportfolio Rödls gehören, haben es bisher nicht leicht, sich auch als eigenständige Praxen zu positionieren. Der erfolgreiche Steuerbereich kann hier als Blaupause dienen.
Die neue Führung hält an der bisherigen internat. Strategie der Kanzlei fest, wie die jüngsten Neueröffnungen zeigen. Noch mehr Geschäft nach Deutschland zu tragen, wäre der nächste logische Schritt. Vor allem weil Deutschland als Investitionsstandort bei ausl. Investoren immer attraktiver wird, könnte Rödl ihr Potenzial hier noch besser nutzen. Das neue Management ist gefragt: Eine gezielte Koordination der Auslandsbüros könnte das Inboundgeschäft weiter erhöhen. Das neue weltweite IT-System ist ein erster wichtiger Schritt auf diesem Weg.