Watson Farley & Williams

Bewertung: WFW bleibt ihrem Transaktionsfokus treu u. steht wie wenige andere Wettbewerber weiterhin v.a. für erfolgreiche Branchenspezialisierungen auf Private Equity/Venture Capital, Schifffahrt u. erneuerbare Energien. Über ihre MDP-Qualitäten u. ihr internat. Netzwerk wird sie auf immer breiterer Ebene für Mandanten aus den Bereichen Logistik u. Transport oder Infrastruktur tätig. In der M&A-Praxis zeigt sich dies u.a. im Gewinn neuer Mandanten wie dem Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle, den WFW bei dessen Zukauf von Acrest beriet. Weitere Neumandanten kamen zudem aus der Gesundheits- u. Technologiebranche, während die maritime Praxis in Hamburg – insbes. für ihre ausgezeichneten Kontakte zu Banken, wie etwa der Commerzbank, bekannt – auch die Beratung der Kreditnehmerseite aufbaut. Dass WFW ihren integrierten Beratungsansatz schon seit Langem gut umsetzt, zeigt auch die eingespielte u. enge Zusammenarbeit der Corporate- mit den Steuer- u. Arbeitsrechtlern. Letztere begleiteten zuletzt mit der arbeitsrechtl. Integration u. Restrukturierung von Vonovia ein öffentlichkeitswirksames Mandat. Besonderes Augenmerk widmete WFW im vergangenen Jahr jedoch dem Ausbau ihres 3. u. jüngsten Standorts Frankfurt: Mit Dr. Sebastian Wulff, der von Noerr kam, hat sie mit dem Aufbau einer Praxis für Fremdkapitalmarktrecht begonnen, mit der sie die Beratung von Windparkfinanzierungen sinnvoll ergänzt. Der Zugang eines jungen Transaktionsanwalts von Norton Rose verlieh zudem der M&A-Praxis mehr personelle Schlagkraft, gleichzeitig verschob sich der Schwerpunkt der regulatorischen Praxis durch den Weggang einer Öffentlichrechtlerin in Frankfurt Richtung Hamburg. Hier steht künftig die Energiebranche im Fokus.
Siehe auch: ?Hamburg; ?München.
Anwälte in Deutschland: 81
Internat. Einbindung: Internat. integrierte Kanzlei, die mit 14 Büros in 11 Ländern vertreten ist. Diese liegen aufgr. ihrer urspr. Tradition im Maritimen Wirtschaftsrecht oft in Hafenstädten wie Athen oder Hongkong. Seit Herbst 2015 kooperiert sie zudem mit der vietnames. Kanzlei LVN & Associates. Die Zusammenarbeit mit einer lokalen Kanzlei in Singapur beendete WFW dagegen. Im Londoner Stammbüro liegt ein starker Schwerpunkt auf der Betreuung von Banken.
Entwicklung: Die Herausforderung für WFW liegt in erster Linie im Spagat zwischen Fokussierung u. Verbreiterung. Je mehr die Kanzlei ihre ausgezeichnete Sektorexpertise als Chance denn als Begrenzung begreift, desto besser kommt sie mit dem Ausbau ihrer Praxen voran. Das gelingt ihr noch nicht durchgängig, wie etwa das Ausscheiden von Michael-Alexander Rojnic (zu BRL) zeigt. Mit ihm verlor sie Kompetenzen in der Projektentwicklung, die gut auch zum Branchenschwerpunkt erneuerbare Energien gepasst hätten u. obendrein das exponierte Mandat des Einkaufscenter-Entwicklers Unibail-Rodamco. Zwar gewann sie zugleich eine junge Immobilienrechtlerin von Clifford, doch deren Fokus liegt eher auf Transaktionen. Auch die angestrebte Verbreiterung im Bank-u. Finanzrecht steht derzeit noch am Anfang: WFW ist mit dem Thema in den Branchen Schifffahrt u. Energie sehr gut verwurzelt, bräuchte aber mehr Breite, um in diesem kompetitiven Bereich mehr Aufmerksamkeit zu erlangen.
Anwaltsporträts in dieser Kanzleibesprechung:
Michael-Alexander RojnicBLR Boege Rohde Luebbehuesen
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