Greenberg Traurig

Bewertung: Ein Jahr nach dem Wechsel steht fest: Das Team um Dr. Christian Schede konnte an seine Erfolge aus Olswang-Zeiten nahtlos anknüpfen. Nahezu geschlossen war das Berliner Büro 2015 zu der US-Kanzlei gewechselt. Der Fokus liegt unverändert auf den Branchen Immobilien u. Medien, für die sie erneut zahlreiche attraktive Projekte betreute. So begleitet sie Philippine Long Distance Telephone Company zu 2 Joint Ventures mit Rocket Internet zu Mobile Payment u. dem Aufbau eines Inkubators auf den Philippinen sowie Tristan Capital Partners beim Verkauf eines mrd-schweren Handelsimmobilienportfolios. Beide Beispiele zeigen, dass das Team regelm. in grenzüberschr. Mandate eingebunden ist – und das nicht nur wegen des starken kanzleieigenen Netzwerks. Dabei vernachlässigen die Anwälte nicht die Verankerung in ihren Kernbranchen hierzulande: So flankierte GT das BMWirtschaft in der wichtigen Frage der Filmförderung u. engagierte sich zuletzt zunehmend bei Projektentwicklungen.
Die tiefe Durchdringung ihrer Branchen zeigt sich auch in der Entwicklung neuer Produkte, für die sie von ihren Mandanten regelmäßig gelobt wird. Die relativ neue Beratung an der Schnittstelle von Immobilien- u. Energierecht etwa trifft den Nerv der Zeit: GT begleitete LEG bei einem Joint Venture mit RWE zur energiewirtschaftl.Versorgung von über 100.000 Wohneinheiten – und weitere Mandanten sprangen auf diesen Zug auf.
Daneben berät die Kanzlei unter GT Restructuring auch im Insolvenz- u. Restrukturierungsbereich. Das Team, das relativ unabhängig von den übrigen Fachbereichen agiert, gewann zuletzt einen 3. Partner aus der renommierten Berliner Insolvenzkanzlei Leonhardt Rattunde.
Dass das Berliner Team geschlossen zu GT wechselte, unterstreicht seine Stabilität. Allerdings verließ zuletzt Dr. Manteo Eisenlohr die Kanzlei in Richtung K&L Gates. Er hatte als einziger Partner den Bereich Arbeitsrecht u. betriebliche Altersvorsorge betreut. Auch auf Associate-Ebene gab es einige Verschiebungen. Es sprechen jedoch keine Anzeichen dafür, dass durch diese Veränderungen Fliehkräfte in der Kanzlei wirken. Die Vorteile der neuen US-Plattform für alle gleichermaßen nutzbar zu machen, wird aber sicher noch eine Aufgabe für GT sein.
Siehe auch: ?Berlin.
Anwälte in Deutschland: 53
Internat. Einbindung: Die US-Kanzlei unterhält zahlreiche Büros in den USA u. ist in Europa auch in London, Amsterdam u. Warschau vertreten. Weitere Teams finden sich in Seoul, Schanghai, Tokio und in Israel.
Entwicklung: Der Wechsel zu GT birgt für das Berliner Team noch erhebliches Potenzial. Wertvolle Kontakte in die USA – inkl. Silicon Valley – u. nach Asien wollen noch stärker genutzt werden. Da GT in den USA im Immobilienrecht ebenfalls an der Marktspitze mitspielt, ergeben sich hier zahlreiche Synergien. Weiteres Potenzial steckt auch im Bereich Litigation – eine Stärke der US-Büros, die mittelfristig auch nach Deutschland getragen werden könnte.
Aber auch auf personeller Ebene ist der Wechsel eine Chance: Für die jüngere Generation bietet der Neustart Nischen, um einen eigenen Business Case zu entwickeln. Wenn das Team das Potenzial, das in der neuen Konstellation liegt, gut nutzt, kann es seine traditionelle Stabilität erhalten u. weiter langfristig unabhängig agieren. Wie die breite u. innovative Beratung zu den Profitabilitätserwartungen der neuen US-Mutter passt, wird ein Thema sein, zu dem sich beide Kanzleiteile dies- u. jenseits des Atlantiks positionieren müssen.