CLEARY GOTTLIEB STEEN & HAMILTON

Bewertung: Cleary steht unverändert für komplexe, meist internat. Mandate u. Anwälte mit einem fachlich exzellenten Ruf. So zeigte sich die Kartellrechtspraxis erneut in Höchstform: Das Kölner Cleary-Büro war die zentrale Koordinationsstelle für die fusionskontrollrechtl. Begleitung der langj. Mandantin Dow, die durch das Zusammengehen mit DuPont Teil des weltgrößten Chemiekonzerns werden will. Die Deutschen haben Übung bei solchen globalen Deals, begleiteten in den Vorjahren Baxter u. GSK bei weltweiten Großtransaktionen – obwohl die M&A-Mandate bei anderen Kanzleien lagen. Die Frankfurter Kapitalmarktspezialisten sind ein weiteres Aushängeschild der dt. Cleary-Praxis u. stehen für komplexe u. großvolumige Transaktionen, v.a. auf Bankenseite. Das zeigen die Arbeit für die FMSA beim IPO der PBB u. die laufende Beratung von Banken zu US-Kapitalmarktthemen. Die Steuerpraxis zeigte mit der Post-M&A-Integration bei Asahi Kasei oder Gazprom Germania ihre Erfahrung in der strukturierenden Begleitung von Deals. Eine jüngere Entwicklung ist hier jedoch die zunehmende Arbeit in hochkomplexen, transaktionsfernen Mandaten: So war das Steuerteam bei Banken zuletzt auch in Fällen von Cum-Ex-Deals als Beraterin gefragt. Den Schritt hin zu mehr Eigengeschäft in marktprägenden Themen hat die Kartellrechtspraxis schon vor einigen Jahren gemacht: Im Bereich Kartellschadensersatz zählt das Kölner Team bereits zu den erfahrensten Akteuren. Nach dem Weggang eines angesehenen M&A-Partners im Vorjahr (zu Mayer Brown) hat Cleary im Herbst 2016 diese zentrale Praxis mit einem angesehenen Quereinsteiger wieder besetzen können, der von Allen & Overy kam.
Besondere Stärken: ?Kartellrecht.
Siehe auch: ?Frankfurt; ?Köln; ?Brüssel.
Anwälte in Deutschland: 53
Internat. Einbindung: Integrierte Kanzlei mit äußerst eingespielter internat. Zusammenarbeit. Ursprünglich aus den USA, aber mit großer europ. Praxis (v.a. stark in Frankreich, Belgien u. Italien) u. je 2 Büros in Südamerika u. China. Außerdem präsent in Abu Dhabi u. Seoul.
Entwicklung: Der weltweit einheitliche Lockstep ist für das Selbstverständnis der Partner zentral u. bildet die Basis für eine ungewöhnl. nahtlose Bearbeitung von internat. u. komplexen Mandaten. Wegen der daraus resultierenden hohen Umsatzerwartungen tut sich Cleary trotz der hohen Qualität ihrer Arbeit aber schwerer mit dem Aufbau von Konzernkontakten im dt. Markt als andere – denn gerade dt. Konzerne sind zunehmend kostenbewusst u. nutzen die große Auswahl im Markt.
Die Kanzlei ist in Deutschland seit der Eröffnung des Kölner Büros vor mehr als 10 Jahren kaum gewachsen. Dies wirkte in einem Jahr, in dem andere US-Kanzleien wie Kirkland & Ellis oder Latham & Watkins durch Investitionen in dt. Top-Anwälte oder Sullivan & Cromwell mit einem exquisiten Trackrecord bei öffentlichen Übernahmen auffielen, so, als fehle es Cleary schlicht an Ideen, wie man die langj. etablierte u. durchaus noch starke Position im dt. Markt geschäftlich nutzen könne. Es ist kaum auszumachen, ob die überfällige Verstärkung der M&A-Praxis mit einem Quereinsteiger auf ein Einsehen der US-Partner oder auf ein wachsendes Selbstbewusstsein der Deutschen zurückzuführen ist. Für eine nachhaltige Präsenz hierzulande werden jedenfalls auch intern mehr jüngere Anwälte herangezogen u. in verantwortlichen Positionen u. Mandatsbeziehungen positioniert werden müssen. Bisher haben die auf Top-Mandaten ausgebildeten Cleary-Associates ihren Karriereweg aber meist in Unternehmensrechtsabteilungen, zu einem geringeren Teil in anderen Kanzleien fortgesetzt.