JUVE Kanzlei des Jahres

Umwelt- und Planungsrecht

EuGH stärkt erneut die Umweltverbände

Wohnen, Energie und Naturschutz sind wohl die drei Hauptthemen, die das Umwelt- und Planungsrecht derzeit prägen. Der Wohnraummangel in den Städten hat durch den starken Zustrom von Flüchtlingen noch einmal eine ganz eigene Dimension bekommen und erfordert sowohl planungsrechtliche als auch strategische Beratung. Die Energiewende wirft grundsätzliche Fragen auf, zudem stoßen auch bereits geplante Vorhaben teils auf Widerstand in der Bevölkerung: In Bayern werden die Leitungen für die SuedLink-Stromtrasse, über die Windstrom von der Küste nach Bayern und Baden-Württemberg geleitet werden soll, nun doch größtenteils in die Erde verlegt.

Widerstand bei großen Infrastrukturvorhaben gibt es traditionell auch vonseiten der Umwelt- und Naturschutzverbände. Die haben durch das viel beachtete EuGH-Urteil vom Oktober 2015 noch einmal Rückenwind bekommen – die Bundesregierung muss beim Verbandsklagerecht zur Umweltverträglichkeitsprüfung nachbessern.

Compliance eröffnet Kanzleien neue Beratungsfelder

Der Netzausbau im Zuge der Energiewende bringt auch den Kanzleien viel Geschäft. Linklaters steht weiterhin an der Seite von Tennet, beim derzeit größten Projekt SuedLink erforderte der beschlossene Erdkabelvorrang eine neue Planung des gesamten Vorhabens. Doch sind die Netzbetreiber insgesamt, darunter auch Amprion und 50Hertz, nicht auf einen Berater festgelegt, sondern geben die Beratung zur Planung neuer Trassen durchaus in die Hände verschiedener Kanzleien. So konnte sich Gleiss Lutz bei diesem für den öffentlichen Sektor wichtigen Thema ein erstes Mandat für Amprion sichern.

Daneben wächst in zahlreichen Unternehmen die Sensibilität für das Thema umweltrechtliche Compliance. Und auch dies führt zu erhöhtem Beratungsbedarf. Kanzleien wie Avocado oder Baumeister beraten z.B. eine ganze Reihe mittelständischer Unternehmen im Zusammenhang mit den v.a. in Hessen und NRW zunehmenden IED-Kontrollen.

Umweltrechtler häufiger in strategischen Fragen aktiv

Damit sind sie deutlich häufiger als früher auch in strategische Themen eingebunden. Kanzleien mit eher internationaler Ausrichtung und entsprechendem Mandantenstamm konstatieren Ähnliches: Nicht zuletzt seit dem Abgasskandal bei VW hat die Automobilbranche erhöhten umweltrechtlichen Beratungsbedarf. Während der Wolfsburger Konzern auf Freshfields Bruckhaus Deringer setzt, konnte sich Hogan Lovells für das Thema bei einer Reihe anderer Automobilhersteller positionieren.

Abspaltungen von größeren Kanzleien, darunter Held Jaguttis und Kruhl von Strenge, machen ihren ehemaligen Mutterschiffen dabei inzwischen nicht nur Konkurrenz, weil sie öffentlich-rechtliche Beratung zu günstigeren Kursen anbieten können, sie sind mittlerweile auch regelmäßig in Transaktionen eingebunden, in denen sie mit ihrem umweltrechtlichen Know-how unterstützen – ein Bereich, den Full-Service-Kanzleien bisher eher für sich beansprucht hatten.


Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die im Umwelt- und Planungsrecht aktiv sind. Das Öffentliche Bau- u. Planungsrecht umfasst neben genehmigungsrechtlichen Fragen viele umweltrechtliche Aspekte. Schnittstellen ergeben sich zu den Gebieten ?Vergaberecht sowie ?Baurecht. Beim laufenden Betrieb etwa von Kraftwerken u. Immobilien spielt das Umweltrecht ebenfalls eine wichtige Rolle, z.B. wenn es um Naturschutz, Ressourceneffizienz u. Emissionshandel (Schnittstelle ?Energiewirtschaftsrecht) oder einen Verkauf der Anlagen geht (Schnittstelle ?M&A).

Eine Reihe renommierter Umwelt- u. Planungsrechtler hat zudem eine besondere Expertise im ?Verfassungs- und Verwaltungsrecht herausgebildet. Im Kapitel ?Verkehr finden sich Kanzleien, die einen besonderen Fokus auf Infrastrukturprojekten und Regulierungsfragen aus dem Luftverkehrs- u. SPNV-Sektor haben.

 


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