JUVE Kanzlei des Jahres

Energiewirtschaftsrecht

Ein Markt voller Fragezeichen

Die Energiebranche ist in einer Übergangsphase – wobei die Welt nach dem Atomausstieg fast täglich neu geordnet wird und die einst festen Verhältnisse im Markt aufgelöst sind. Nicht nur die großen Energieversorger sind mitten in ihren Restrukturierungen, auch mittelgroße Energieversorger müssen ihr Portfolio umstricken.

Der Gesetzgeber sorgt zusätzlich dafür, dass Anwälten die Arbeit nicht ausgeht, sei es durch politisches Gezerre um die Novelle des EEG, das neue Strommarktgesetz oder Sonderthemen wie die Finanzierung des Atomausstiegs und die Kohlereserve. Regulatorische Beratung ist und bleibt deshalb gefragt. Doch nicht nur die Energieversorger bewegen ihr Geschäft, auch Finanzinvestoren geben Assets wieder in den Markt, wie die Verkäufe von Thyssengas und Energy from Waste zeigen. Auch werden jetzt bspw. Bestandsprojekte der erneuerbaren Energien noch einmal gedreht – durch Joint Ventures, (Re-)Strukturierungen u. (Re-)Finanzierungen, bevor mit den Ausschreibungsmodellen eine neue Zeitrechnung des EEG beginnt.

Immer diverser, immer kompetitiver

Die Schwergewichte müssen sich unter den (Regulierungs-)Praxen einem immer härteren Verdrängungswettbewerb stellen. Was 2005 noch hochkomplexe Regulierungsfragen waren, ist heute geklärt, die BNetzA-Beschlüsse werden immer kleinteiliger. Daher gibt es einen unübersehbaren Insourcingtrend in den Unternehmen, die technische oder bilanzielle Fragen mit eigenem Personal besser lösen können als externe Kanzleien.

Dem Druck auf die Margen stehen immer neue Geschäftsmöglichkeiten in dem sich schnell verändernden Markt gegenüber, etwa bei Rechtsfragen zur Novellierung des EEG oder des Strommarktgesetzes.

Das bringt das Personalkarussell in Fahrt, denn immer noch suchen Kanzleien den Einstieg in den Markt oder versuchen, mit einer breiteren Aufstellung neue Mandanten zu gewinnen. Wettbewerber wie Luther oder Beiten Burkhardt profitieren davon, dass mehr Geschäft bei ihnen landet, weil sie ihre Teams über die Jahre erweitert und damit ihre Konkurrenzfähigkeit zu den etablierten Kanzleien erhöht haben. Etablierte Praxen wie White & Case oder Freshfields Bruckhaus Deringer verändern ihre interne Aufstellung und folgen den neuen Erfordernissen am Markt. Letztere hat etwa über ihre öffentlich-rechtliche Abteilung einen starken Zugriff auf komplexe und teils politische Mandate, wie die Vertretung von RWE in den Klagen gegen den Atomausstieg oder der Verkauf des Vattenfall-Braunkohlegeschäfts zeigen.

Unter den Transaktionspraxen hat sich zuletzt Linklaters besonders hervorgetan: zum einen, weil sie die Umstrukturierung bei E.on maßgeblich begleitete, zum anderen, weil sie bei vielen großvolumigen Deals, zuletzt bei Thyssengas, gesetzt war.


Besprochen werden Kanzleien, die Beratungsleistungen für die Branche in mehr als einem relevanten Rechtsgebiet ( ?Gesellschaftsrecht, ?M&A, ?Bank- u. Finanzrecht, ?Kartellrecht, ?Öffentl. Sektor, ?Projektentwicklung/Anlagenbau) in signifikantem Umfang anbieten.

 


PfeilJUVE Kanzlei des Jahres