Steuerrecht

Steuerrechtliche Beratung gewinnt Jahr für Jahr an Bedeutung. Denn nicht nur ist das Risiko von Nachzahlungen für Unternehmen in Deutschland ist gestiegen, seitdem die Finanzbehörden strengere Prüfungen an Verrechnungspreis- oder Umsatzsteuersysteme anlegen. Auch die strafrechtliche Verfolgung von Steuerabteilungsleitern und Finanzvorständen hat über die Jahre zugenommen, weil der Übergang von erlaubten Nacherklärungen über Selbstanzeigen bis hin zur Steuerhinterziehung recht fließend ist. Das Reputationsrisiko ist mithin enorm – ein Jobmotor für Berater.

Internationale Konzerne im Visier

Auch die politische Sensibilität hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Enthüllungen wie die so genannten LuxLeaks brachten die Steuergestaltung internationaler, häufig amerikanischer Großkonzerne in die Öffentlichkeit. Diese nutzen die unterschiedlichen Steuersätze und -systeme in den verschiedenen Ländern der Welt, um ihre Steuerquoten zu senken. Mit Reaktionen wie der so genannten BEPS-Initiative der OECD versucht die Ländergemeinschaft seit einiger Zeit gegenzusteuern.

Und die EU hat das Schwert des europäischen Beihilferechts nun auch auf Steuervorbescheide in EU-Ländern wie Luxemburg, Irland, den Niederlanden oder Belgien ausgeweitet und geht so gegen vermeintliche Steuervorteile vor, die sich Konzerne wie Apple, Starbucks oder Fiat gesichert haben sollen.

Zu einer weiteren Verschärfung des Klimas haben auch die so genannten PanamaLeaks beigetragen. Sie offenbarten, dass Unternehmen und hochvermögende Privatpersonen mithilfe von steuerlichen Beratern und Banken häufig Briefkastenfirmen in Offshore-Zentren wie Panama nutzten, um Geldflüsse zu verschleiern und möglicherweise auch Steuerzahlungen zu vermeiden. Ob Briefkastenfirmen im konkreten Fall legal oder illegal waren, ist dabei in den Augen von Politik und Öffentlichkeit häufig nebensächlich.

 Cum-Ex lastet Steuerexperten weiter aus

In Deutschland tragen zudem nicht zuletzt die seit Jahren laufenden Ermittlungen und Verfahren in Sachen Cum-Ex – also der mehrfachen Erstattung nur einmal abgeführter Kapitalertragssteuer – dazu bei, dass sich Steuerrechtler, Steuerberater und Steuerstrafrechts-Experten vor Nachfrage kaum noch retten können.

Und diese konnten angesichts der immer komplizierter und differenzierter werdenden Rechtsprechung von Bundesfinanzhof und Europäischem Gerichtshof im unternehmenssteuerrechtlichen Bereich etwa bei Organschaften oder Verlustverrechnungen ohnehin nicht wegen mangelnder Auslastung klagen.

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