Rosenthal wird italienisch: Sambonet erhält mit Beitens Hilfe den Zuschlag
Sambonet Paderno hat den insolventen Porzellanhersteller Rosenthal übernommen. Der italienische Kochgeschirrhersteller zahlte etwa 20 Millionen Euro für das Traditionsunternehmen aus Oberfranken. Den Rest des Kaufpreises – insgesamt handelt es sich etwa um 34 Millionen Euro – finanziert ein Bankenkonsortium mit der GE Capital und der Commerzbank unter Führung der BayernLB. Hauptgläubiger von Rosenthal war die Bank of America, die zuvor sämtliche Sicherheiten, inklusive der Markenrechte, freigegeben hatte. Sambonet hatte zuletzt den Zuschlag erhalten, nachdem der türkische Prozellanhersteller Kütahya anfangs mitgeboten, dann aber kein neues Angebot abgegeben hatte. Mitgeboten hatte auch Villeroy & Boch, war aber letztlich ebenfalls leer ausgegangen.
Rosenthal beschäftigt weltweit rund 1.200 Mitarbeiter, 1.000 davon in Deutschland. Das Unternehmen hatte Anfang Januar Insolvenz angemeldet, im April war das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die Produktionsstandorte sollen nach dem Verkauf erhalten bleiben. Aus Bankkreisen wurde verlautbart, dass die Kredit- und Sicherheitenverträge zwar noch nicht unterzeichnet seien, jedoch kurz vor dem Abschluss stünden. (Lars Hering)
Berater Sambonet
BEITEN BURKHARDT (München): Matthias Stecher (Federführung; IP), Philipp Cotta (M&A), Dr. Dirk Tuttlies (Kapitalmarktrecht), Dr. Christopher Melms (Arbeitsrecht); Associate: Dr. Robert Lubitz (Arbeitsrecht)
NCTM Studio Legale Associato (Mailand): Paolo Gallarati, Enrico del Sasso, Gianfranco Negri-Clementi
Insolvenzverwalter Rosenthal
SCHULTZE & BRAUN (Nürnberg): Volker Böhm, Dr. Ferdinand Kießner, Judith Franz (beide Vertragsrecht), Joachim Zobel, Seraphim Ung Kim (beide Arbeitsrecht)
Berater Bank of America
LINKLATERS (Frankfurt): Dr. Sven Schelo (Restrukturierung/Insolvenzrecht) – aus dem Markt bekannt
Berater Bankenkonsortium
INHOUSE (BayernLB): Keine Nennungen
Berater Villeroy & Boch
NÖRR STIEFENHOFER LUTZ (München): Dr. Christoph Schotte (Restrukturierung/Insolvenzrecht) – aus dem Markt bekannt
Berater Kütahya
Nicht bekannt
Der Verkauf von Rosenthal an Sambonet zog sich seit einigen Monaten hin. Schon im Herbst 2008 war das italienische Unternehmen interessiert, die Verhandlungen waren auch schon weit fortgeschritten. Bereits damals begleitete Beiten Sambonet aufgrund einer Empfehlung durch eine italienische Kanzlei. Doch die Insolvenz von Rosenthal und des Mehrheitsgesellschafters Waterford Wedgewood – Rosenthal war erst durch die Insolvenz der Muttergesellschaft selbst insolvent geworden – machte neue Verhandlungen notwendig.
Den Zuschlag erhielt nach Marktinformationen letztlich Sambonet, weil das Unternehmen in Aussicht stellte, die Standorte zu erhalten und keine Mitarbeiter abzubauen. Nicht alle Wettbewerber hatten diese Zusage machen wollen.
Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 21. Juli 2009
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