Jetzt doch: Helikos schafft mit Cleary Sprung an die Börse
Mit zwei Tagen Verspätung ist der erste Börsengang des Jahres perfekt. Das Investment-Vehikel Helikos startete am heutigen Donnerstag am Prime Standard der Frankfurter Börse. Begleitet vom Emissionsführer Deutsche Bank erlöste Helikos rund 200 Millionen Euro.
- Hanno Sperlich
Ursprünglich angestrebt war ein Volumen von 250 Millionen Euro, doch Helikos musste angesichts des derzeit schwierigen Marktumfelds für IPOs Zugeständnisse machen. Das Unternehmen verschob den Handelsstart und verringerte die Zahl der angebotenen Papiere von 25 auf 20 Millionen Aktien zu je 10 Euro.
Helikos mit Sitz in Luxemburg ist eine sogenanntes Special Purpose Acquisition Company (SPAC), hinter dem die französische Beteiligungsgesellschaft Wendel sowie der Unternehmensberater Prof. Hermann Simon und der Ex-Deutsche Bank-Investmentbanker Roland Lienau stehen. SPACs verfügen über kein operatives Geschäft und bestehen lediglich aus dem Management.
Dessen Ziel es ist, innerhalb von zwei Jahren mit dem beim Börsengang eingesammelten Geld eine andere Gesellschaft zu übernehmen. Dieses Unternehmen soll dann in die Hülle des SPAC schlüpfen, sofern die Investoren dem auf der Hauptversammlung zustimmen. Geschieht dies nicht, wird der SPAC aufgelöst, ebenso wenn nach zwei Jahren noch kein Unternehmen übernommen wurde. Die Anleger erhalten dann ihr Geld zurück.
- Rick van Aerssen
Das Helikos-Debut ist nicht nur der erste Börsengang am streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse seit dem vergangenen Oktober, sondern der erste SPAC-IPO in Deutschland überhaupt. Allerdings hatte die Deutsche Bank vor zwei Jahren bereits den auf Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum fokussierten SPAC Germany 1 Acquisition an die Amsterdamer Börse gebracht. Germany 1 übernahm dann im vergangenen Jahr für 532 Millionen Euro den Solarzulieferer AEG Power Solutions. (René Bender)
Berater Helikos/Wendel
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton (Frankfurt): Hanno Sperlich (Kapitalmarktrecht), Dr. Daniel Weyde (Steuer- und Gesellschaftsrecht), Andy Bernstein, Mark Adams (beide US-Recht; beide Paris); Associates: Dr. Robert Gutte (Gesellschaftsrecht), Dr. Felix Müller (Kapitalmarktrecht), Jens Hafemannn (Steuer- und Gesellschaftsrecht)
Arendt & Medernach (Luxemburg): François Warken; Associates: Alexander Olliges, Caroline Motzer – aus dem Markt bekannt
Berater Deutsche Bank
Freshfields Bruckhaus Deringer: Rick van Aerssen (München), Mark Strauch (US-Recht; Frankfurt); Associates: Dr. Robin Helmke, Dr. Andreas Stefanski, René Peres (alle Corporate/Kapitalmarktrecht)
Bonn Schmitt Steichen (Luxemburg): Alex Schmitt; Associates: Philipp Mössner, Lara Aherne – aus dem Markt bekannt
Inhouse (Frankfurt): Dr. Andreas Meyer, Dr. Joachim Schelm – aus dem Markt bekannt
Hintergrund: Cleary kam über ihr Pariser Büro ins Mandat, das die Beteiligungsgesellschaft Wendel schon länger berät. Erfahrung mit den in Deutschland bislang unüblichen SPACs hatte die US-Kanzlei hierzulande aber schon durch die Begleitung von Banken bei geplanten, aber letztlich nicht realisierten SPAC-Börsenstarts gesammelt.
Das jetzige Mandat der Deutschen Bank für Freshfields ist insofern keine besondere Überraschung, alsdie Kanzlei regelmäßig für das Institut arbeitet. Allerdings unterstreicht es, dass Freshfields die Kontakte zum deutschen Branchenprimus zuletzt offensichtlich weiter verbessert hat, sowohl im Kapitalmarktrecht als auch für andere Transaktionen. Im vergangenen Jahr betreute die Sozietät das Bankhaus etwa auch bei der Übernahme der Privatbank Sal. Oppenheim (mehr…).
Beim Start von Germany 1 vor zwei Jahren hatte die Deutsche Bank aus London heraus auf ein Kanzleien-Trio aus Herbert Smith, Gleiss Lutz und Nauta Dutilh gesetzt (mehr…). Als Haupberaterin in Kapitalmarkt- und Übernahmefragen gilt aber Hengeler Mueller.
zum Stellenangebot