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11.04.2013

Milliarden für Kaffee: Reimanns verleiben sich Master Blenders mit Oppenhoff ein

Eine Investorengruppe unter der Federführung von Joh. A. Benckiser (JAB) übernimmt den niederländischen Kaffee- und Teespezialisten D.E Master Blenders 1753 komplett. Das beabsichtigte Angebot bewertet die gesamten Aktien mit rund 7,4 Milliarden Euro. Die Investmentholding JAB gehört großteils der deutschen Milliardärsfamilie Reimann.

Georg Maier-Reimer

Georg Maier-Reimer

JAB ist mit 15 Prozent bereits größter Anteilseigner an Master Blenders, einem Heißgetränkespezialist, der vor allem über seine Marken Douwe Egberts und die Senseo-Kaffeemaschinen bekannt ist. Seine Kaffeeprodukte vertreibt das Unternehmen in 45 Ländern, der Umsatz lag 2012 bei 2,66 Milliarden Euro. Master Blenders beschäftigt 7.500 Mitarbeiter.

Berater Joh. A. Benckiser
Stibbe (Niederlande/Belgien; Lead Counsel): Derk Lemstra, Björn van der Klip (beide Amsterdam)
Oppenhoff & Partner
(Köln): Dr. Georg Maier-Reimer, Dr. Harald Gesell (beide Federführung), Dr. Günter Seulen, Dr. Falk Osterloh (alle M&A/Gesellschaftsrecht), Dr. Maxim Kleine (Kartell-/Wettbewerbsrecht), Georg Lecheler (Gewerblicher Rechtsschutz)
Skadden Arps Slate Meagher & Flom (New York): Sean Doyle, Paul Schnell (beide M&A), Mark Darley (Bankrecht; London), Michael Zeidel (Corporate Finance), Michelle Gasaway (Los Angeles), Danny Tricot (London; alle Corporate Finance), Frederic Depoortere (Kartellrecht; Brüssel), Victor Hollender, Gavin White (beide Steuern); Associates: Maxim Mayer-Cesiano – M&A (New York), Allison Schiffman (beide M&A)

Berater D.E Master Blenders 1753
Allen & Overy (Amsterdam): Jan Burggraaf (Federführung), Tim Stevens, Marianne Drijgers (alle Corporate), Peter Harwich (New York; alle Corporate), Kees Schillemans (Wettbewerbsrecht); Associates: Lucas Brabers, Olivier Valk (beide Corporate)
De Brauw Blackstone Westbroek (Amsterdam): Jan Hoevers (Corporate), Martin van Olffen (Notariat), Gert Kuipers (IP) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Kontakte zwischen Oppenhoff und der Familie Reimann haben sich über lange Jahre etabliert. Die Beziehung bestand schon, bevor Oppenhoff & Rädler mit Linklaters fusionierte. Daher sind die älteren Gesellschafts- und Steuerrechtler der Kölner Kanzlei für die Milliardärsfamilie weitaus mehr als Anwälte, sondern wirkliche Vertrauenspersonen. Über die Schnittstellen Gesellschafts- und Steuerrecht sowie Nachfolgelösungen sind nun auch mehr jüngere Rechtsanwälte in die Mandatsbeziehung eingebunden.

Im Vorjahr koordinierte Oppenhoff ein internationales Berater-Team aus diversen Kanzleien bei dem Übernahmeangebot für den US-Kosmetikkonzern Avon (mehr…). Es ist nicht das erste Mal, dass JAB in die Konsumgüterbranche, insbesondere im Getränkehandel, investiert. Seit Jahresmitte 2012 hat die Holding für die Übernahme von Caribou Coffee sowie Peet’s Coffee & Tea rund 1,4 Milliarden US-Dollar gezahlt. 

Ihren Anteil an JAB reduzierte die Familie Reimann erst im Sommer 2012. Unter anderem mithilfe von Oppenhoff und Hengeler Mueller stiegen erstmals familienfremde Gesellschafter ein (mehr…). (Marcus Jung, Parissa Kerkhoff)