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21.01.2016

Finanzsicherheit: IBM kauft Greenfort-Mandantin Iris mit Hengeler

Das amerikanische IT-Unternehmen IBM hat das deutsche Start-up Iris Analytics erworben. Der rheinland-pfälzische Finanzsicherheitsspezialist hat eine Software entwickelt, die betrügerische Geldtransaktionen erkennt. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.

Karsten Schmidt-Hern

Karsten Schmidt-Hern

Iris Analytics wurde 2007 durch einen Management-Buy-Out bei der IRS Intelligent Risk Management, einer Tochter der US-Firma First Data, in der Nähe von Koblenz gegründet. Das von Iris entwickelte Programm, das wiederkehrende Muster in missbräuchlichem Zahlungsverkehr entschlüsselt, ist bereits bei Banken und Zahlungsdienstleistern im Einsatz.

Berater IBM Deutschland
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Karsten Schmidt-Hern, Dr. Christof Jäckle – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Stuttgart): Marcus Pohl (Legal Counsel) – aus dem Markt bekannt

Berater Iris Analytics-Eigner
Greenfort (Frankfurt): Dr. Daniel Röder (Corporate/M&A), Dr. Tim Sperling (IP/IT); Associate: Tobias Glienke (Corporate/M&A)

Hintergrund: Hengeler wird seit vielen Jahren regelmäßig von IBM Deutschland mandatiert. Der Kontakt könnte entstanden sein, als der US-Konzern 2002 das Consulting-Geschäft des Big-Four-Unternehmens PricewaterhouseCoopers erwarb. Hierzulande wurde PwC seinerzeit von Jäckle beraten, Schmidt-Hern war damals noch Associate. Das Duo verhandelte vor einem Jahr beispielsweise auch den milliardenschweren IT-Outsourcing-Vertrag mit der Lufthansa.

Daniel Röder

Daniel Röder

Greenfort-Mitbegründer Röder kennt die Eigner von Iris Analytics ebenfalls schon seit Langem. Er unterstützte sie bereits bei der Gründung ihres Unternehmens 2007 und beriet sie seitdem regelmäßig.

Ansonsten ist der ehemalige Großkanzlei-Jurist häufig bei Eigentümerwechseln zu sehen. So begleitete Röder mit seinem Kollegen Andreas von Oppen beispielsweise 2011 das Management von Dress-For-Less, als der spanische Online-Shopping-Club Privalia das Unternehmen von dem Private-Equity-Investor Palamon Capital übernahm. Ein Jahr später unterstützte das Duo die Gesellschafter des Textildienstleisters Decontam beim Unternehmensverkauf an die große Berendsen-Gruppe.

Greenfort-Partner von Oppen ist aktuell auch an der Seite des Mittelständlers Balda tätig, um den ein heftiger Bieterstreit entbrannt ist. Dort steht für den 29. Januar eine außerordentliche Hauptversammlung an, bei der über den Verkauf des gesamten operativen Geschäftsbetriebs entschieden werden soll. (Sonja Behrens)