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13.06.2016

IBC-Campus in Frankfurt: German Estate Group greift mit CMS zu

Der Frankfurter IBC-Campus ist verkauft: Der Gewerbeimmobilienspezialist GEG German Estate Group erwarb das Büroensemble für rund 400 Millionen Euro. Verkäuferin ist die Frankfurter Immobiliengesellschaft RFR Holding. Die Transaktionsfinanzierung stellt die Berlin Hyp.

Heinrich Schirmer

Heinrich Schirmer

Der IBC-Campus, der ein Hochhaus und zwei Nebengebäude umfasst, liegt gegenüber der Frankfurter Messe. Er war im Auftrag der Deutschen Bank unter dem Projektnamen ‚Investment Banking Center‘ errichtet und 2003 fertiggestellt worden. Aktuell wird der Bürokomplex von unterschiedlichsten Finanzinstituten und Investoren genutzt.

Die RFR Holding, hinter der New Yorker Immobilieninvestoren mit deutschen Wurzeln stehen, hatte den IBC-Campus 2014 von der Immobiliengesellschaft Ivenhoé Cambridge Europe erworben. Die Investitionskosten für das Objekt mit rund 85.000 Quadratmeter Mietfläche lagen seinerzeit bei rund 300 Millionen Euro. Zwischenzeitlich wurden neue Mietverträge geschlossen und Renovierungsarbeiten übernommen.

Die Asset-Managerin GEG ist ein recht junger, aber schon bedeutender Player im Gewerbeimmobilienmarkt: Im Januar 2015 als Investmentplattform der Deutsche Immobilien Chancen-Gruppe (DIC) mit dem weltweit aktiven Investor KKR aufgesetzt, sollen über GEG binnen fünf Jahren rund fünf Milliarden Euro investiert werden.

In den vergangenen Jahren hatten schon einige Frankfurter Bürotürme ihre Besitzer gewechselt, so der Messeturm, das Bürohochhaus Pollux, das Trianon-Hochhaus und der Silberturm. Und die RFR Holding verkaufte bereits den ehemaligen Hauptsitz der Europäischen Zentralbank, den sogenannten Eurotower.

Berater GEG German Estate Group
CMS Hasche Sigle (Frankfurt): Heinrich Schirmer (Federführung; Immobilienrecht), Dr. Tillman Kempf (Steuerrecht), Dr. Daniel Voigt (Investmentrecht), Dr. Markus Pfaff (Finanzierung), Johanna Hofmann (ebenfalls Federführung; Immobilienrecht), Marcus Fischer (Steuern); Associates: Tobias Rüb, Dr. Rajiv Chandna, Dr. Eva Heidemann (alle Immobilienrecht), Sebastian Sedlak (Investmentrecht), Florian Blanke (Finanzierung)
Jebens Mensching (Hamburg): Dr. Oliver Mensching, Reemt Pottmann (beide Steuerrecht)

Thomas Reischauer

Thomas Reischauer

Berater RFR Holding
Clifford Chance (Frankfurt): Thomas Reischauer (Federführung; Real Estate), Thorsten Sauerhering (Steuerrecht), Joachim Hasselbach, Frederik Mühl (beide Corporate/Private Equity); Associates: Jörg Reinshagen (Real Estate), Markus Kallenbach (Steuerrecht)

Berater Berlin Hyp
Hogan Lovells (Frankfurt): Dr. Patrick Mittmann (Federführung; Finanzierung),Dr. Hinrich Thieme (Immobilienwirtschaftsrecht), Dr. Heiko Gemmel (Steuer- und Bilanzrecht; Düsseldorf); Associates: Michael Strotmann, Linda Gregori (beide Finanzierung)
Inhouse Recht (Berlin): Andreas Gründel – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: CMS verfügt bei der Käuferin GEG über direkte Kontakte zum Vorstand. Partner Heinrich Schirmer und Counsel Johanna Hofmann hatten 2012 auch das US-Immobilienunternehmen Tishman Speyer beim Erwerb des Frankfurter Junghofs beraten. Managing Director bei Tishman Speyer war seinerzeit Arndt Buchwald, der nun als Chief Financial Officer bei GEG auch das Asset- und Transaktionsmanagement leitet.

Auch mit dem GEG-Vorstandsvorsitzenden Ulrich Höller war das Frankfurter CMS-Team schon vorher bekannt: Er war zuvor CEO der Deutsche Immobilien Chancen Group (DIC), die 2013 rund 9.000 Quadratmeter an die Kanzlei im Gebäude ‚MainTor Panorama‘ vermietete. Die Gründung der GEG begleiteten Anfang 2015 allerdings Weil Gotshal & Manges für DIC und Hengeler Mueller für KKR.

Jebens Mensching deckte bei dem GEG-Zukauf steuerrechtliche Themen ab, während Dr. Heiko Jäkel von Bögner Hensel & Partner die Transaktion nach JUVE-Informationen notariell beurkundete. Als Akquisitionsfinanzierer kam die Pfandbriefbank Berlin Hyp zum Zug, die sich auf Investoren- und Immobiliengeschäfte spezialisiert hat. Diese mandatierte wiederum Hogan Lovells, mit der sie 2011 bereits die Finanzierung für das Frankfurter Projekt One Goetheplaza geregelt hatte.

Schon als die RFR Holding 2014 den IBC-Campus erwarb, setzte sie auf Clifford Chance-Partner Reischauer. Mit ihm hatte sie im gleichen Jahr auch die Projektentwicklung ‚Upper West’ am Breitscheidplatz in Berlin übernommen. Reischauer bereitete mit seinem Team nun auch den Weiterverkauf des IBC-Campus vor. (Sonja Behrens)