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16.02.2017

Geplanter Opel-Kauf: PSA setzt auf Hengeler und Bredin Prat

Der US-Autokonzern General Motors (GM) verhandelt mit dem französischen Wettbewerber PSA Peugeot Citroën über den Verkauf seiner deutschen Tochter Opel und deren britischer Schwestermarke Vauxhall. Dies teilten GM und PSA, die bereits seit 2012 über eine strategische Allianz verbunden sind, in dieser Woche mit. Medienberichten zufolge kam diese Information auch für das deutsche Opel-Management sowie die Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften überraschend.

Christian Schwandtner

Christian Schwandtner

Die deutsche Traditionsmarke Opel gehört bereits seit 1929 zu GM, doch seit 1999 kommt das Deutschlandgeschäft nicht mehr aus der Verlustzone heraus. Im Sommer 2009 einigte sich die US-Mutter nach einem dramatischen Verhandlungsmarathon mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna auf ein Rettungskonzept. Wenige Monate später entschied sich GM, Opel doch zu behalten – allerdings nicht ohne Einschnitte: Das Werk in Bochum wurde in der Folge geschlossen.

Vor diesem bewegten Hintergrund ist die jetzige Sorge der Gewerkschaften vor Arbeitsplatzabbau in Deutschland verständlich, zumal sie Presseberichten zufolge in die bisherigen Verhandlungen nicht einbezogen waren.

Mit je gut 14 Prozent sind die französische Regierung, die Familie Peugeot sowie der chinesische Dongfeng-Konzern an PSA beteiligt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen mit weltweit 184.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 54,7 Milliarden Euro. 

Berater PSA
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Christian Schwandtner, Dr. Maximilian Schiessl (beide Corporate), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht), Dr. Martin Klein (Steuern), Dr. Dirk Bliesener (Bank- und Finanzrecht), Patrick Wilkening (IP/IT)

Bredin Prat (Paris): Kate Romain, Benjamin Kanovitch (beide Corporate), Olivier Saba (Kapitalmarktrecht)
Linklaters (Paris): Anne Wachsmann, Thomas Elkins (beide Kartellrecht)

Berater Familie Peugeot
Nicht bekannt

Berater General Motors
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton (Paris): Keine Nennungen

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Hengeler berät PSA erneut an der Seite ihrer französischen Best-Friend-Kanzlei Bredin Prat. Beide Sozietäten hatten etwa gemeinsam mit Slaughter and May und Bonelli Erede Pappalardo 2014 die Finanztochter des Autoherstellers, Banque PSA Finance, bei einem Joint Venture mit Santander Consumer Finance beraten. Bereits damals gehörte der nun in Deutschland federführende Düsseldorfer Corporate-Partner Schwandtner zum Team.

Predin Prat hatte PSA zudem bei der Intensivierung des Joint Ventures mit der chinesischen Dongfeng 2014 sowie 2012 beim Beginn der Zusammenarbeit mit GM 2012 beraten. Damals waren auch die Kartellrechtler von Linklaters involviert.

Über die Verbindung zwischen GM und Cleary liegen JUVE bislang keine Informationen vor. GM hatte damals ein Team von Freshfields Bruckhaus Deringer mandatiert, bei der Opel-Sanierung 2009 war dagegen ein Quartett aus Baker & McKenzie, Gleiss Lutz, Clifford Chance und Weil Gotshal & Manges im Einsatz. Auch Hengeler kennt zumindest Opel gut: Ein Frankfurter Team der Kanzlei beriet die Rüsselsheimer 2009 bei der später gescheiterten Übernahme durch Magna sowie 2014 bei der Reorganisation.

Über die steuer- und arbeitsrechtlichen Berater ist derzeit noch nichts bekannt. Nicht überraschend wäre eine Beteiligung von Baker über ihren renommierten Arbeitsrechtler Dr. Burkard Goepfert. Er hat in der Vergangenheit Opel bei zahlreichen Umstrukturierungen und arbeitsrechtlichen Verfahren beraten. Im Zusammenhang mit der Schließung des Bochumer Werkes beispielsweise war Goepfert, damals noch als Gleiss-Partner, für die Rüsselsheimer eingebunden. Die Mandatsbeziehung setzte sich auch nach seinem Wechsel zu Baker 2013 fort. (Christine Albert, Christiane Schiffer)