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14.03.2017

Abgehakt: Unicredit holt sich mit Linklaters und White & Case Milliarden am Kapitalmarkt

Umfangreiche Kapitalmaßnahmen bei angeschlagenen Großbanken sind im Trend: Neben der Deutschen Bank hat nun auch die italienische Unicredit eine rekordverdächtige Kapitalerhöhung abgeschlossen. 13 Milliarden Euro ist sie schwer und damit die größte in der Geschichte Italiens.

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Karsten Wöckener

Wie viele Banken in Italien trägt auch die Unicredit schwer an der schlechten wirtschaftlichen Situation des Landes. Im vergangenen Jahr musste sie einen Verlust von fast 12 Milliarden Euro einstecken, außerdem hält sie eine Menge fauler Kredite. Um den Abbau der Problemdarlehen zu finanzieren und flüssig für Umbaumaßnahmen und neue Geschäfte zu sein, kam die Rekordmaßnahme zur rechten Zeit. Fast alle Aktien konnten bis Ende Februar platziert werden. Begleitet wurde die Transaktion durch ein Konsortium von 31 Banken, darunter die Unicredit selbst als einer der Strukturierungsberater, Morgan Stanley und diverse italienische Bankhäuser.

Berater Unicredit
Linklaters (Mailand): Claudia Parzani, Dr. Herbert Harrer (Frankfurt), Ugo Orsini, Cheri de Luca; Associate: Dr. Alexander Fritzsche (Frankfurt; alle Kapitalmarktrecht)

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Herbert Harrer

Berater Bankenkonsortium
White & Case: Michael Immordino (Federführung; Mailand). Karsten Wöckener (Federführung Deutschland; Frankfurt), Marcin Studniarek (Federführung Polen; Warschau;), Rebecca Emory (alle Kapitalmarktrecht), Dr. Bodo Bender, Alexander Born (beide Steuerrecht); Associates: Dr. Michael Steiner, Robert Zehbe, Forian Fraunhofer (alle Kapitalmarktrecht; alle Frankfurt), Dr. Karl-Alexander Neumann (Bank- und Finanzrecht; Hamburg)

Hintergrund: Linklaters ist als regelmäßige – wenn auch nicht exklusive – Beraterin von Unicredit vor allem bei Kapitalmarkt- und Finanzierungsgeschäften bekannt. Über den Kontakt zur Mailänder Kapitalmarktspezialistin Parzani, die zu den renommiertesten Wirtschaftsanwälten Italiens gehört, berät Linklaters die einheimische Großbank schon seit vielen Jahren. Im vergangenen November wurde Parzani zur regionalen Managing Partnerin für Westeuropa ernannt. Sie verantwortet damit die Kanzleigeschäfte in Italien, Frankreich, den Benelux-Ländern, Spanien, Portugal und Schweden. Deutsche Rechtsgebiete betreffend kommt meist der Frankfurter Kapitalmarktrechtler Harrer ins Spiel, so etwa als die Unicredit, die in Deutschland unter HypoVereinsbank bekannt ist, ihre Beteiligung am Finanzdienstleister Wüstenrot und Württembergische verkaufte.

Auch die Bank- und Finanzrechtspraxis von White & Case, die auf unterschiedlichen Ebenen Verbindungen zur Unicredit pflegt, profitierte von ihren guten Kontakten ihres Mailänder Partners Immordino in die italienische Bankenszene und zu Unicredit direkt. Zudem wechselte die ehemalige Co-Leiterin der White & Case-Bank- und Finanzrechtspraxis, Leila Röder, Anfang 2016 zur Unicredit. Röder verantwortet nun von Mailand aus weltweit die Rechtsthemen der Sparten Corporate und Investmentbanking.

Da die Kapitalmaßnahme über die deutsche Tochter und die Platzierung von Aktien einen größeren deutschen Bezug hatte, kam der federführende Frankfurter Partner Wöckener mit seinem Team dazu. Unter ähnlichen Voraussetzung wurde auch das polnische Team eingebunden. (Christiane Schiffer)