Artikel drucken
31.07.2015

Ex-Weltbild-Logistiker pleite: Kebekus zum Sachwalter für Also bestellt

Mehr als ein Jahr nach der Pleite des Weltbild-Verlags hat dessen Ex-Logistikdienstleister den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Arnsberg gestellt. Also Logistics war im Sommer 2014 nach der Übernahme von Weltbild durch die Düsseldorfer Droege-Gruppe an die Also AG verkauft worden, die wie Weltbild mehrheitlich zu Droege gehört. 

Frank Kebekus

Frank Kebekus

Der Geschäftsbetrieb soll uneingeschränkt durch den Geschäftsführer Reiner Wenz fortgeführt werden. Also Logistics mit Sitz in Soest beschäftigt in ihrem Center Augsburg rund 450 Mitarbeiter. Im ersten Halbjahr hatte das Unternehmen laut Konzernangaben vier Millionen Euro Verluste gemacht. Im Umfeld des Weltbild-Verlags ist es die zweite Insolvenz innerhalb kürzester Zeit: Knapp sechs Monate nach der Übernahme von 67 Weltbild-Filialen hatte sich deren Käufer, die Buchhandelskette Lesensart aus Ahaus bei Münster, Anfang der Woche insolvent gemeldet.

Sachwalter Also Logistics
Kebekus et Zimmermann (Düsseldorf): Dr. Frank Kebekus

Berater Also Logistics
Finkenhof (Frankfurt): Stephan Strumpf, Dr. Lorenzo Matthaei (Insolvenzrecht)
BBL Bernsau Brockdorff & Partner (Düsseldorf): Lars Hinkel (Arbeitsrecht)
Rödl & Partner (Köln): Tillmann Peeters (Insolvenzrecht), Norman Lenger (Insolvenzrecht; Steuerrecht); Associate: Sebastian Wilde (Sanierung; Restrukturierung)

Hintergrund: Kebekus, der hier als Sachwalter eingesetzt wurde, zählt zu den führenden Insolvenzverwaltern Deutschlands und wurde beispielsweise im Komplex um die Suhrkamp-Insolvenz von der Verlagsgeschäftsführung zum Generalbevollmächtigten berufen. Kebekus war weiterhin 2012 unter anderem Restrukturierungsbeauftragter der Bau-Holding Heitkamp. Er war acht Jahre lang Sprecher des Gravenbrucher Kreises, ein Zusammenschluss führender Insolvenzverwalter. Im März dieses Jahres übernahm Prof. Dr. Lucas Flöther von Flöther & Wissing diese Aufgabe.

Finkenhof-Partner Matthaei  und Strumpf waren jahrelang angestellte Anwälte im Beratungszweig von Wellensiek und haben sich erst vor wenigen Monaten unter der Firmierung Finkenhof selbstständig gemacht. Beide waren in den vergangenen Jahren an einigen viel beachteten Restrukturierungsfällen beteiligt, sie berieten unter anderem die Geschäftsführung von Burger King im Rahmen des Insolvenzantrags. Die arbeitsrechtliche Beratung der Gesellschaft verantwortet Lars Hinkel, der ebenfalls von Wellensiek kommt und Ende 2014 mit einem 20-köpfigen Team um Insolvenzverwalter Andreas Pantlen zu BBL wechselte. Die betriebswirtschaftliche Beratung übernimmt ein Team von Rödl & Partner unter Federführung von Peeters, der ebenfalls damals in den Komplex um die Burger King-Insolvenz an der Seite der Geschäftsführung des Fast-Food-Unternehmens stand. (Eva Lienemann)