Annäherung

BRAK lädt Großkanzleien zum Dialog

Autor/en
  • JUVE

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) bemüht sich, Großkanzleien wieder stärker in die Aktivitäten der Anwaltsvertretung einzubinden. Daher lud sie gestern zum ersten Mal Vertreter von zehn großen deutschen Wirtschaftskanzleien nach Berlin ein.Auf dem Treffen offenbarten sich erhebliche atmosphärische Spannungen zwischen Verband und Großkanzleien sowie gegenseitige Informations- und Wahrnehmungsdefizite. So zeigten sich Großkanzleivertreter überrascht von der Existenz und der weit fortgeschrittenen Arbeit des BRAK-Ausschusses Internationale Sozietäten. Dagegen bezeichnete der Partner einer Großkanzlei die derzeit erarbeitete BRAK-Position zur Regelung von Interessenkonflikten als "bürokratisches Monster".

Teilen Sie unseren Beitrag

Mehrere Partner deuteten trotzdem an, eine stärkere Beteiligung in zentralen Verbands-Gremien ins Auge fassen zu wollen.

Ein von der BRAK-Führung ebenfalls nachdrücklich eingefordertes Engagement in der Tagesarbeit der regionalen Anwaltskammern hingegen lehnten die meisten Großkanzleivertreter unverblümt als unergiebig ab. Sie kritisierten mangelnde Effizienz, Blockadehaltung und Kartellcharakter zugunsten etablierter Einzel- und Kleinkanzleien in den Regionalverbänden.

Die Anwaltskammern verstehen sich bislang als Interessenvertreter der rund 35.000 Einzel- und Kleinkanzleien im deutschen Markt, von denen viele wirtschaftlich bedroht sind. Dagegen erwirtschaften die 1.400 größeren und großen Sozietäten mittlerweile über 40 Prozent des gesamten Umsatzes. Die kleine Spitzengruppe nationaler und internationaler Großkanzleien hat zudem – bisher meist gegen den Widerstand von Verbandsvertretern – professionelle Management-Strukturen aufgebaut und das anwaltliche Berufsrecht in der praktischen Tagesarbeit vielfältig weiterentwickelt.

An dem Treffen referierten unter anderem BRAK-Vizepräsident Axel Filges (Taylor Wessing), der Leiter des BRAK-Ausschusses Internationale Sozietäten Hans-Jörg Staehle (Beil Staehle Wagner & Milde) und der geschäftsführende Sprecher Stephan Göcken, zudem Heinz Weil, Vorsitzender des BRAK-Europaausschusses sowie der Kölner Berufsrechts-Professor Dr. Martin Henssler, Mitglied des Ausschusses Internationale Sozietäten. Als Vertreter der Großkanzleien äußerten sich unter anderem die Managing Partner Günther Heckelmann (Baker & McKenzie) und Dr. Martin Diller (Gleiss Lutz).

Artikel teilen

Gerne dürfen Sie unseren Artikel auf Ihrer Website und/oder auf Social Media zitieren und mit unserem Originaltext verlinken. Der Teaser auf Ihrer Seite darf die Überschrift und einen Absatz des Haupttextes enthalten. Weitere Rahmenbedingungen der Nutzung unserer Inhalte auf Ihrer Website entnehmen Sie bitte unseren Bedingungen für Nachdrucke und Lizenzierung.

Für die Übernahme von Artikeln in Pressespiegel erhalten Sie die erforderlichen Nutzungsrechte über die PMG Presse-Monitor GmbH, Berlin.
www.pressemonitor.de