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20.10.2005

Frankfurt beginnt: Sidley Austin eröffnet mit Lovells-Partnern

Die US-Kanzlei Sidley Austin Brown & Wood eröffnet mit den beiden Lovells-Partnern Oliver Kessler (36) und Dr. Jens Rinze (38) in Frankfurt ihre erste deutsche Niederlassung.Ein Sprecher von Lovells erklärte gegenüber JUVE, dass die beiden Kapitalmarktrechtler die Kanzlei Anfang März 2006 verlassen werden.

Kessler, der derzeit die Kapitalmarktabteilung von Lovells leitet, und Rinze sind vor allem auf Securitisation spezialisiert. Beide haben in der Vergangenheit schon intensiv mit dem Londoner Büro von Sidley Austin zusammengearbeitet. Unter anderem berieten sie die Deutsche Bank bei einer True-Sale-Immobilien-Verbriefung in Höhe von 900 Millionen Euro (Deco Series 2005 – Pan Europe I).

Sidley Austin gilt als die weltweite Nummer eins unter den Securitisation-Praxen. Ihren im Vergleich mit anderen US-Kanzleien später Gang nach Deutschland erklären Beobachter damit, dass immer mehr internationale Investoren den deutschen Markt entdecken, um etwa Immobilien-Portfolien zu erwerben und zu verbriefen.

Kessler und Rinze konnten das Angebot der Amerikaner nicht ausschlagen. „Wir wären natürlich bei Lovells geblieben“, so Kessler. „Aber mit Sidley Austin bot sich uns eine Gelegenheit, die man vielleicht nur einmal im Leben hat.“ Rinze war im Sommer 2003 von Hengeler Mueller zu Lovells gestoßen, Kessler kam im Jahr 2000 von White & Case.

Wie groß das Frankfurter Büro der US-Kanzlei werden wird, ist noch nicht bekannt. Kessler geht jedoch davon aus, dass neben der Strukturierten Finanzierung auch sonstiges Kapitalmarktrecht sowie M&A und Steuerrecht bearbeitet werden sollen.

Ein Anwalt von Sidley Austin erklärte, man wolle Frankfurt genauso ausbauen, wie man dies seinerzeit mit der Niederlassung in London getan habe. Dort arbeiten heute über hundert Anwälte, davon die überwiegende Mehrheit im Bereich Strukturierte Finanzierung. (Till Mattes, Jörn Poppelbaum)