Trio auf Abwegen: Gründungspartner von RP Richter verstärken Dornbach-Gruppe
Drei Gründungspartner von RP Richter & Partner bauen den neueröffneten Münchner Standort des multidisziplinären Beratungshauses Dr. Dornbach & Partner auf.
Die Steuerberater Christine Huber (43) und Humbert Lechner (39) sind hier seit Oktober Geschäftsführer. Zudem wechselte der 46-jährige Gesellschaftsrechtler Kai König als Partner zur örtlichen Anwaltskanzlei Nachmann Rechtsanwälte, die mit der Dornbach-Gruppe kooperiert. Gleichzeitig wurde König bei Dornbach Geschäftsführer und Gesellschafter der Münchner GmbH.
Damit setzt die in Koblenz gegründete Dornbach-Gruppe ihre bundesweite Expansion fort. Das vornehmlich von Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern geprägte Beratungsunternehmen erzielte im vergangenen Jahr mit etwas mehr als 200 Mitarbeitern einen Umsatz von 23,6 Millionen Euro und ist an Standorten wie Dessau, Berlin, Potsdam, Bad Homburg, Mainz oder Pirna vertreten.
Bislang verfügte Dornbach mit der Kanzlei Dr. Dornbach Moesta & Partner nur über einen kleinen, rund zehn Anwälte zählenden Rechtsberatungsarm, der vor allem in Rheinland-Pfalz bekannt ist. Mit dem Schritt nach Bayern will Dornbach die Anwaltsarbeit nun ausbauen, setzt allerdings auf das vertraute Konzept, auch in München zunächst in ihren Kernkompetenzen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung zu starten.
Die gleichzeitige Kooperation von Dornbach mit der Sozietät Nachmann ist räumlich vorerst auf Bayern und gemeinsame Mandate im übrigen Bundesgebiet ausgerichtet und als sogenannte Preferred Partnership nicht exklusiv. Speziell die Vernetzung von Nachmann im süddeutschen Raum sowie die Sanierungs- und Insolvenzerfahrung machen die Kooperation für Dornbach interessant, heißt es aus dem Unternehmen.
Das Kernteam des neuen Büros bilden die Richter-Abgänger König, Huber und Lechner, die hier aktuell mit acht weiteren Mitarbeitern tätig sind. Dornbach unterstützt die Aufbauarbeit zudem mit den geschäftsführenden Gesellschaftern Armin Pfirmann und Christoph Hell aus der Koblenzer Zentrale.
König, Huber und Lechner gehörten vor acht Jahren zum Startteam von RP Richter. Die Kanzlei war 2001 als Spin-Off des örtlichen Standorts der WP-Gesellschaft Ernst & Young entstanden und seitdem stark gewachsen. Zuletzt erwirtschaftete die multidisziplinäre Einheit mit weniger als 150 Mitarbeitern über 26,6 Millionen Euro, davon in der Rechts- und Steuerberatung allein 20,9 Millionen Euro.
Mit den drei Beratern büßt Richter erstmals Partner aus ihrer Gründerriege ein. Vor allem der Weggang von König hinterlässt Spuren. Der Gesellschafts- und Steuerrechtler trug unter anderem bis zuletzt die Verantwortung für die juristische Betreuung des Klinikbetreibers Sana AG, einem der wichtigsten Mandanten von RP Richter. Laut Namenspartner Wolfgang Richter ändert sich jedoch an der umfassenden Betreuung der wesentlichen renommierten Mandate nichts. „Die Entscheidung der drei beruht vor allem auf anderen strategischen Ansichten. Wir werden konsequent unseren Kurs des gezielten Wachstums mit einer Förderung junger Partner beibehalten. In unseren Kernbereichen können wir weiter angreifen“, sagte Richter. (Jörn Poppelbaum)
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