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12.07.2010

Ausbau im großen Stil: WTS holt Team von Dewey und Steuerrechtler von Noerr

Die Steuerberatungsgesellschaft WTS World Tax Service gewinnt in den kommenden Monaten eine ganze Reihe namhafter Anwälte hinzu.

In Frankfurt holt WTS spätestens zum September von der US-Kanzlei Dewey & LeBoeuf ein sechsköpfiges Team um die neuen Partner Dr. Carsten Fischer (34), Dr. Bela Jansen (37) und Dieter Lübbehüsen (51) hinzu. In München kommt Mitte Oktober Stefan Hölzemann (44). Der Unternehmensteuerrechtler ist derzeit Co-Head Steuern bei Noerr und beendet seine Tätigkeit dort zum Ende August.

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Fritz Esterer

Mit den Verstärkungen erweitert WTS ihr Beratungsangebot deutlich. Vor allem im Bereich Asset Management und den damit verbundenen aufsichts- und steuerrechtlichen Themen will sich WTS mit dem Zugang des sehr renommierten Teams von Dewey im oberen Segment des Marktes etablieren. Auf den Feldern Investment- und Investmentsteuerrecht war die Gesellschaft bislang kaum vertreten – insbesondere den regulatorischen Bereich konnte WTS nicht abdecken.

 ”Wir wollen keine umfassende Rechtsberatung anbieten – in einzelnen Gebieten ist es aber wichtig, auch den regulatorischen Bereich abzudecken”, sagte Fritz Esterer (51), Vorstandsvorsitzender bei WTS. “In Frankfurt waren wir im Fondsbereich bereits stark bei Compliance-Themen, das neue Team ist die perfekte Ergänzung. Im Asset Management können wir jetzt die komplette Wertschöpungskette abdecken”, so Esterer.

Die Neuzugänge werden eng mit Robert Welzel und Steffen Gnutzmann zusammenarbeiten. Die Rechtsanwälte und Steuerberater waren mit einem größeren Team 2007 von PricewaterhouseCoopers zu WTS gewechselt, um den Bereich aufzubauen.

Bei Dewey setzt sich dagegen der personelle Aderlass der vergangenen Wochen fort. Erst Anfang Juni war bekannt geworden war, dass mit Dr. Hanno Berger (59) der prominenteste Anwalt und Top-Rainmaker von Dewey & LeBoeuf hierzulande die Kanzlei verlässt (mehr…). Danach zeichnete sich schnell ab, dass es zu weiteren Abgängen kommen würde. Neben Berger hatte auch der anerkannte Bankaufsichtsrechtler Dr. Kai-Uwe Steck (39) seinen Wechsel angekündigt – unklar blieb bis zuletzt, welche Dewey-Anwälte Berger und Steck folgen.

Dass sich mit Fischer, Jansen und Lübbehüsen nun gleich drei Local Partner WTS anschließen, ist durchaus überraschend. Damit ist klar, dass sich das auf Investmentfonds und Assetmanagement spezialisierte Dewey-Team in drei Gruppen aufspaltet. Nach derzeitigem Stand könnte es sein, dass bei Dewey im Steuerrecht lediglich Partner Dr. Bernulph von Crailsheim und Local Partner Dr. Frank Tschesche verbleiben.

WTS hingegen sendet mit dem Zugang des Noerr-Partner Stefan Hölzemann in München ein weiteres starkes Signal aus und zeigt, dass sie auch im Feld der High-End-Gestaltungsberatung einen deutlicheren Schwerpunkt setzen will. “Wir wollen unsere Expertise an dieser Stelle ausbauen und sind froh, mit Stefan Hölzemann einen Großkanzlei-erfahrenen Anwalt gewonnen zu haben”, sagte Esterer.

Der Unternehmensteuerrechtler Hölzemann, zuletzt Co-Head der Praxigruppe Steuern bei Noerr, hat in seinen viereinhalb Jahren in der Kanzlei vor allem zusätzliche Erfahrungen in der Transaktions- und Projektberatung gesammelt. Esterer und Hölzemann kennen sich schon aus gemeinsamen Zeiten in der Siemens-Steuerabteilung, die Esterer bis zu seinem Wechsel zu WTS im Frühjahr 2009 (mehr…) geleitet hatte.

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Stefan Hölzemann

Hölzemann zieht als Leiter des Bereichs Transaktions- und Gestaltungsberatung ebenfalls in den Vorstand ein – schon vor seinem Wechsel zu Noerr war er Mitglied dieses Gremiums. “Es ist schön, wieder an meine alte Wirkungsstätte zurückzukehren und den weiteren Ausbau mitgestalten zu können”, sagte Hölzemann.

An Hölzemanns Stelle als Co-Head Tax und Private Clients tritt bei Noerr der Düsseldorfer Partner Lutz Schmidt (47). Er war erst im Mai 2009 mit seinem vierköpfigen Team zu Noerr gekommen (mehr…) und leitet den Bereich künftig gemeinsam mit Georg Edelmann (44).

Die nun sehr expansive Gesellschaft WTS hat sich bislang vor allem in der laufenden Steuerberatung von Unternehmen einen Namen gemacht. Mit dem Outsourcing von Steuerabteilungen ist WTS auch bei größeren Untenehmen wie etwa Siemens erfolgreich. Auch unternehmensteuerrechtliche Gestaltungen spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Gegründet wurde WTS vor zehn Jahren. Inzwischen beschäftigt die Gesellschaft mehr als 400 Mitarbeiter an sechs deutschen Standorten und hat fünf Töchter in China, Indien, Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden. Mit rund 45 Millionen Euro Jahresumsatz ist WTS in Deutschland eine der größten Steuerberatungsgesellschaften. Schwerpunkt der Gesellschaft ist die Steuerberatung multinationaler Konzerne und großer international tätiger mittelständischer Unternehmen. (Volker Votsmeier)