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13.12.2010

München: WTS gewinnt Team um Hemmelrath

Die Steuerberatungsgesellschaft WTS World Tax Service nimmt zum Februar 2011 Prof. Dr. Alexander Hemmelrath (57) unter Vertrag. Der bekannte Wirtschaftsprüfer und Steuerexperte kommt mit einem Team, dessen Größe aber noch nicht feststeht.

Die Zugänge sollen WTS insbesondere bei der Beratung von vermögenden Privatkunden und inhabergeführten Unternehmen voranbringen. Dazu gründet sich eine neue Gesellschaft unter dem Namen WTS Hemmelrath. Zudem tritt Hemmelrath in den Vorstand der WTS-Gruppe ein.

Alexander Hemmelrath
Alexander Hemmelrath

Mit dem prominenten Quereinsteiger setzt WTS ihren Expansionskurs fort. Zwar gehörte der Beratung vermögender Privatkunden und inhabergeführter Unternehmen auch bislang schon zum Beratungsspektrum, Hemmelrath wird mit seinem Team diesem Gebiet aber deutlich mehr Gewicht verleihen. Bislang verantwortet WTS-Partner Dr. Tom Offerhaus diesen Bereich. Die Abteilung von Offerhaus wird in WTS Hemmelrath integriert. In dem neuen Kompetenzbereich Private Clients und Non Profit Organisations – hier ist auch die Beratung von Stiftungen und Family Offices angesiedelt – werden etwa zehn Berufsträger arbeiten. Dazu gehören sowohl Rechtsanwälte als auch Steuerberater. Der fachliche Schwerpunkt des Teams um Hemmelrath liegt dabei auf der umfassenden Beratung von inhabergeführten Unternehmen. Außerdem geht es um die Begleitung von Unternehmerfamilien bei allen steuerlichen und rechtlichen Fragen rund um die Nachfolge- und Erbrechtsplanung.

Darüber hinaus wird Hemmelrath bei WTS auch in der steuerlichen Transaktionsberatung tätig. Hier wird er eng mit Stefan Hölzemann zusammenarbeiten, der erst vor einigen Monaten von Noerr zu WTS gestoßen war. Hölzemann ist vor allem auf Unternehmensteuerrecht spezialisiert und war bei Noerr zuletzt Co-Leiter der Praxisgruppe Steuern. Sein Wechsel erfolgte kurz nachdem sich WTS mit einem Teams von Investmentaufsichtsrechtlern und Investmentsteuerrechtlern von der US-Kanzlei Dewey & LeBoeuf verstärkt hatte (mehr…).

“Wir wollen mit unserer Kernkompetenz Steuern gezielt wachsen. Das beeinhaltet auch eine Ausweitung unseres Beratungsspektrums. Mit Prof. Hemmelrath werden wir vor allem bei der Beratung von Familienunternehmen deutlich vorankommen”, sagte Fritz Esterer, Vorstandsvorsitzender der WTS AG.

Bislang ist WTS vor allem für die Begleitung von Konzernen in allen laufenden steuerrechtlichen Fragen bekannt. Die Gesellschaft ging vor gut zehn Jahren an den Start. Keimzelle war die Siemens-Steuerabteilung, die sich selbstständig gemacht hatte, um nicht nur den Mutterkonzern, sondern auch deren Töchter in steuerlicher Hinsicht beraten zu können. Inzwischen wird WTS auch von etlichen anderen DAX-Konzernen mandatiert. Mit der Verpflichtung von Hemmelrath geht die Gesellschaft neue Wege, erstmals bringt ein Quereinsteiger seinen Namen in die neue Gesellschaft ein. Bislang stand vor allem die Marke im Vordergrund.

Hemmelrath schrieb als einer der Namenspartner der multidisziplinären Partnerschaft Haarmann Hemmelrath Geschichte. Diese war nach einem sehr schnellen Wachstum zu einer der größten Beratungsgesellschaften in Deutschland aufgestiegen. Allerdings wurde sie – insbesondere aufgrund eines langwierigen und kostspieligen Haftungsrechtsstreits – Ende 2005 liquidiert.

Hemmelrath machte sich in der Folge mit einem großen Team zunächst selbstständig, ehe er sich 2007 Mazars anschloss. So wurde er Namenspartner von Mazars Hemmelrath sowie von Hemmelrath & Partner. Hemmelrath & Partner steht neben Marccus Partners für den Rechtsberatungsarm des in Frankreich beheimateten Mazars-Verbunds, der von der Wirtschaftsprüfungstätigkeit dominiert wird. “Das Hauptproblem in dieser Konstellation lag in den zunehmenden Interessenskonflikten. Mein Beratungsansatz war auf Dauer nicht mit der Philosophie und Denkweise einer WP-Gesellschaft zu vereinbaren”, sagte Hemmelrath. “Hinzu kommt, dass die Tätigkeit der Wirtschaftsprüfer von staatlicher Seite immer stärker reglementiert wird”, so Hemmelrath.

Der Rechtsberatungszweig des Mazars-Verbundes, Marccus Partners, musste in den vergangenen Monaten einige Abgänge hinnehmen. So verlor die Kanzlei im Oktober in Düsseldorf ein Arbeits- und Steuerrechtstrio an Beiten Burkhardt (mehr…). Im Mai wechselte Gesellschaftsrechtspartner Dr. Rainer Bommert aus Frankfurt zu BRP Renaud & Partner (mehr…). Auf der anderen Seite verstärkte sich das Büro am Main zum November mit Immobilienrechtler Thomas Flügel von der Kanzlei GMF Gronstedt Mohr Flügel (mehr…). (Volker Votsmeier)