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08.12.2011

Berlin: Renommierte Partner von Knauthe und Eggers Malmendier gründen Lacore

Bedeutende Partner der Berliner Kanzleien Knauthe und Eggers Malmendier verlassen ihre Sozietäten und schließen sich als Lacore zusammen. Besonders für Eggers Malmendier ist es ein schwerer Schlag: Unter anderem verlässt sie ihr Namenspartner Carsten Eggers (54). Der Startschuss für die neue Corporate & Finance Boutique fällt zum neuen Jahr.

Lacore Rechtsanwälte

Ab Januar als Lacore vereint (von links): Arnd Barnitzke, Carsten Eggers, Torsten Heinrich, André Eggert, Ralf Vogt, Matthias Braun

Eggers wird zwar Partner bei Lacore, ist aber als einziger nicht eingetragener Partner. Eggers Malmendier verliert neben ihm auch die Partner Matthias Braun (38) und André Eggert (37). Von Knauthe stoßen die Partner Dr. Arnd Barnitzke (42), Dr. Ralf Vogt (38) und Torsten Heinrich (47) zu Lacore. Zur Startformation zählen zudem sechs Associates. Der Fokus der neuen Kanzlei liegt auf Transaktionen und der Beratung von Mittelständlern.

Eggers trifft unter neuer Flagge auf alte Bekannte. Er und die ausscheidenden Knauthe-Partner arbeiteten bis 2006 gemeinsam bei Knauthe. Bis dahin war auch Eggers Namenspartner der Kanzlei, wechselte dann jedoch zu Eggers Malmendier. Auch zuletzt kooperierten Anwälte der beiden Kanzleien bei einer Reihe von Mandaten. “Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die sich ergänzenden Netzwerke und Tätigkeitsschwerpunkte in gemeinsamer Kanzlei zusammenzuführen”, sagte Barnitzke.

Eggers bezeichnete es als für ihn ausschlaggebend, dass im Hinblick auf die Bedürfnisse des Marktes seine transaktionsrechtliche Arbeit in eine Kanzlei mit ausschließlichem Fokus auf Corporate und Finance sehr gut passe.

Eggers Malmendier verliert durch die Weggänge ihre Kernkompetenzen im Transaktions- und im Medienrecht. Es verbleiben als Vollpartner Dr. Bertrand Malmendier (43) und Dr. Mathias Hellriegel (37), die auf das Öffentliche Recht spezialisiert sind – einer für die Kanzlei ebenfalls stets sehr wichtigen Praxis. Sie wollen die Kanzlei künftig unter dem Namen Malmendier Partners weiterführen und das Immobilien-, Energie- sowie Infrastrukturrecht ausbauen.

Bertrand Malmendier sagte, dass er die Mittelstandsberatung perspektivisch nicht als ausschließliches Geschäftsfeld betrachte. „Hier haben sich konträre strategische Ausrichtungen herauskristallisiert, die nach fünf Jahren Zusammenarbeit eine Trennung von dem mittelständisch ausgerichteten Carsten Eggers erforderlich machten“, so Malmendier.

Die Geschichte der Zusammenarbeit von Eggers und Malmendier begann bereits vor mehr als einem Jahrzehnt. Einst arbeiteten sie gemeinsam in der Sozietät Eggers. Die Kanzlei fusionierte zwei Mal innerhalb kurzer Zeit, woraufhin Eggers und Malmendier 2002 jeweils ihren Weggang erklärten. Malmendier eröffnete eine Boutique für Öffentliches Recht und Eggers ging zu Knauthe (mehr…). 2006 fanden sie wieder zusammen, Eggers und sein Team schloss sich mit Malmendiers Boutique zusammen  (mehr…). Zwei Jahre später kam Braun von der Medienboutique Reich dazu (mehr…).

Knauthe und ihre ausscheidenden Partner führen die Trennung ebenfalls auf unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Kanzleistrategie zurück. In den vergangenen Jahren konnten sich dabei offensichtlich gerade jüngere Anwälte nur schwer stärker in die Gestaltung der Kanzleistrategie einbringen. Erst 2009 musste die Kanzlei einen Rückschlag verkraften, als die anerkannten Partner Dr. Thomas Meyer und Dr. Henning Hauschke gingen (mehr…). Knauthe reagierte kurz darauf mit Zugängen von Dr. Andreas Ott und Uwe Fischer (mehr…). (Parissa Kerkhoff)