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30.04.2012

Dewey: Kanzlei nun auch im Visier der Justiz – Fusionsgespräche gescheitert

Die Staatsanwaltschaft interessiert sich nun für die US-Kanzlei Dewey & LeBoeuf, die am Rande der Insolvenz steht. Am Dewey-Sitz in New York prüft die Justiz ein mögliches Fehlverhalten der Kanzleiführung. Im Visier der Ermittler ist Steven Davis, langjährige Spitze des Managements.

Steven Davis

Die Kanzlei hat Davis indessen von seinen Führungsaufgaben entbunden. Erst vor wenigen Wochen hatte sie ihrem bis dato alleinigen Chairman mehrere gleichberechtigte Partner an die Seite gestellt (mehr..). Nach US-Medienberichten hat eine Gruppe von Partnern der Kanzlei die Behörden jetzt selbst auf fragwürde finanzielle Vorgänge aufmerksam gemacht. Der Umfang der Ermittlungen ist demnach aber unklar.

Untersucht werden soll auch, ob Davis irreführende Aussagen über fällige Zahlungen an Partner gemacht hat. Davis äußerte sich offiziell bislang nicht zu den Vorwürfen, ebenso wie Mitglieder der aktuellen Kanzleiführung. Die Kanzlei bestätigte lediglich Ermittlungen im Anfangsstadium und will eigenen Angaben zufolge voll kooperieren. Davis selbst soll sich in einer internen Mail dahingehend geäußert haben, dass er alle Entscheidungen als Chairman in bester Absicht für die Interessen der Kanzlei getroffen habe. Zudem sei er der Überzeugung, dass die Untersuchungen kein Fehlverhalten nachweisen werden.

Die Untersuchungen treffen die Sozietät zu einer Zeit, in der sie nach dem scharenweisen Verlust von Partnern am Rande der Existenz steht und sich bereits intensiv mit einer Insolvenz auseinandersetzt (mehr…). Heute läuft eine Frist zur Anpassung fälliger Kreditlinien ab. Unterdessen berichteten US-Medien am Wochenende, dass Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss von Dewey mit Greenberg Traurig gescheitert sind. Demnach will die Kanzlei aber weiter Fusionsgespräche mit anderen Sozietäten führen. (René Bender)