Artikel drucken
17.04.2015

Berlin: Schomburg eröffnet Büro für Ufer Knauer

Seit Monatsanfang hat die Münchner Strafrechtsboutique Ufer Knauer auch ein Büro in Berlin. Als of Counsel gewann die Kanzlei für den neuen Standort den anerkannten Experten für internationales Strafrecht Prof. Dr. Wolfgang Schomburg.

Schon seit 2011 arbeitet Schomburgs Sohn Sören in München für die Kanzlei. Er siedelte nun in die Bundeshauptstadt über.

Schomburg Senior war zuletzt seit 2009 als of Counsel im Berliner Büro von FPS Fritze Wicke Seelig tätig. Er wurde 2001 der erste deutsche Richter am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag, nachdem er einige Jahre BGH-Richter war. Später agierte er auch als Richter für den Strafgerichtshof für Ruanda im tansanischen Arusha. Schomburg arbeitete auch als Staatsanwalt, im politischen Umfeld und einige Jahre als Anwalt. Zudem ist er Chair of the Centre for Criminal Law and Criminal Justice der britischen Durham University.

Zuletzt beriet er die Regisseurin Laura Poitras, die für ihre Edward-Snowden-Dokumentation ‚Citizenfour‘ in diesem Jahr den Oscar erhielt. Der 67-jährige Schomburg gilt als einer der führenden Praktiker im internationalen Strafrecht und wird bei Ufer Knauer entsprechend diesen Bereich, die internationale Rechtshilfe und das Auslieferungsrecht besetzen.

Ufer Knauer hat zuletzt durch einige prominente Mandate auf sich aufmerksam gemacht. So beriet die Kanzlei im Cum-Ex-Komplex um die HVB, vertrat eine Beschuldigte im Verfahren um die Insolvenz des Autozulieferers Weigl und stritt für Uli Hoeneß um den Haftort. Aktuell soll sie JUVE-Recherchen zufolge der Deutschen Bank zur Seite stehen: In knapp zwei Wochen beginnt in München der Strafprozess wegen des möglichen versuchten Prozessbetrugs im Verlauf des Zivilprozesses des Instituts gegen Kirch und dessen Erben.

Die Kanzlei hatte sich erst im Januar mit einem Quereinsteiger verstärkt und wächst auf zehn Berufsträger und zwei of Counsel. Mit der Eröffnung in Berlin gehört sie zu den wenigen Strafrechtsboutiquen mit mehreren Standorten. (Astrid Jatzkowski)