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02.07.2015

Private Equity: Kirkland gewinnt Latham-Partner Jörg Kirchner

Einer der bekanntesten Private-Equity-Partner im deutschen Markt wechselt die Kanzlei: Jörg Kirchner, der jahrelang die Private-Equity-Praxis von Latham & Watkins leitete, schließt sich Kirkland & Ellis an. Für Latham bedeutet der Weggang des 54-Jährigen einen Rückschlag, zumal sich mit Volkmar Bruckner erst vor Kurzem ein weiterer Anwalt der Praxis zu Weil Gotshal & Manges verabschiedete. Die Abgänge kamen überraschend, nachdem sich Latham zuvor mit dem führenden Private-Equity-Spezialisten Oliver Felsenstein und Burc Hesse von Clifford Chance verstärkt hatte.

Jörg Kirchner

Jörg Kirchner

Kirchner kam 2005 von Ashurst zu Latham und prägte die Private-Equity-Praxis seitdem maßgeblich. Gemeinsam mit Dr. Hans-Jürgen Lütt in Frankfurt konnte er Latham im deutschen Markt für großvolumige Transaktionen etablieren. 2006 kam Dr. Dirk Oberbracht von Baker & McKenzie dazu.

Im Markt erntete Kirchner besonderen Respekt für den nachhaltigen Aufbau der Beziehung zu Bain Capital. Kirchner beriet den Finanzinvestor erstmalig 2007 beim Erwerb von Bavaria Yachtbau. 2014 stand er im Bieterverfahren um die Kraftwerkszubehörsparte von Alstom an Bains Seite, den Zuschlag erhielt allerdings Triton. Dass Kirchner nun zu Kirkland wechselt, wird im Markt als konsequenter Schritt verstanden, denn Bain zählt in den USA zu den Stammmandanten von Kirkland. Volker Kullmann, Corporate Partner im Münchner Büro von Kirkland & Ellis, sagte: „Wir freuen uns sehr, Dr. Jörg Kirchner in unserem Team begrüßen zu dürfen. Seine große Erfahrung in der Beratung von Top-Tier Mandanten bei deren hochkomplexen Transaktionen ist eine perfekte Ergänzung unseres internationalen Private Equity und M&A Teams. Wir werden gemeinsam mit ihm unser Beratungsangebot in Deutschland und Europa weiter ausbauen.“ 

In den vergangenen drei Jahren dehnte Kirchner zudem seine Praxis auf die Beratung strategischer Investoren in Deutschland und im Ausland aus. Darüber hinaus war Kirchner auch wiederholt bei großen Transaktionen für weitere Private-Equity-Häuser wie Onex im Einsatz.. Vor allem seine Kontakte zu Siemens führten dazu, dass Latham den deutschen Konzern erstmals bei einer großen Transaktion in den USA beriet: 2013 verkaufte Siemens den Bereich Water Technologies an den Finanzinvestor AEA. Ein weiterer bedeutender Deal, der Kauf von Dresser-Rand in den USA, folgte im Jahr darauf. 

„Wir bedauern das Ausscheiden von Jörg Kirchner. Er ist einer der Gründungspartner unseres Münchener Büros und hat entscheidend zum Aufbau unserer erfolgreichen Private-Equity-Praxis in Deutschland beigetragen. Mit ihm verlieren wir einen sehr geschätzten Kollegen,“ sagte Oberbracht, Office Managing Partner des Frankfurter Büros von Latham. (Norbert Parzinger)