Artikel drucken
02.11.2015

Neuer Standort: Herbert Smith gewinnt Ex-Clifford-Partner für Start in Düsseldorf

Thomas Weimann (51), lange Jahre Leiter der Düsseldorfer Litigation- und Dispute-Resolution-Praxis von Clifford Chance, ist zum November zu Herbert Smith Freehills gewechselt. Der bekannte Prozess- und Schiedsrechtler wird zunächst von Frankfurt aus tätig sein. Die Kanzlei plant aber, Anfang 2016 ein Büro in Düsseldorf zu eröffnen. Weimann war zuletzt in eigener Kanzlei tätig, nachdem er Clifford erst vor einem knappen halben Jahr verlassen hatte.

Thomas Weimann

Thomas Weimann

Weimann berät in einem breiten Spektrum von Dispute-Resolution-Fällen, angefangen bei M&A-Schiedsverfahren bis hin zu projektbegleitenden Auseinandersetzungen im Industrieanlagenbau, der Kraftwerkstechnik und Hoch- und Tiefbauprojekten. Als Präsident der Chinese European Legal Association und Mitglied des Beirats des Chinese European Arbitration Centres verfügt er über eine umfassende Erfahrung in der Beratung von chinesisch-europäischen Auseinandersetzungen. Weimann ist aber vor allem ein bekannter Schiedsrichter, der in Verfahren nach den Regeln der ICC, DIS, CIETAC, des Permanent Court of Arbtration und anderer bekannter Schiedsorganisationen tätig ist.

Während seiner Zeit bei Clifford begleitete er etwa den Automobilzulieferer Flex-N-Gate in einem DIS-Schiedsverfahren und dem anschließenden Aufhebungsverfahren, das schließlich vor dem Bundesgerichtshof landete. Sein Weggang war im Markt mit Verwunderung aufgenommen worden, galt er doch lange bei Clifford als einer der besonders starken Düsseldorfer Partner. Clifford durchlief in Deutschland zuletzt eine Phase der Umstrukturierung der Partnerschaft, die vor allem eine Stärkung der Kernpraxen für Corporate sowie M&A vorsieht. 

Bei Herbert Smith trifft Weimann auf eine noch kleine Dispute-Resolution-Praxis. Anfang 2014 kam Dr. Mathias Wittinghofer als erster Litigation-Partner in die erst seit 2013 am deutschen Markt agierende Kanzlei. Der Frankfurter Partner ist Experte für gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten und Bankenprozesse und war zuvor Local-Partner bei Baker & McKenzie.

Mit dem Quereinsteiger ergreift Herbert Smith auch die Chance, ihre Präsenz am deutschen Markt weiter auszubauen. Düsseldorf wird neben Frankfurt und Berlin das dritte Büro hierzulande. Es soll im ersten Quartal 2016 eröffnen. Für die Kanzlei sei die Präsenz in Düsseldorf vor dem Hintergrund der weltweit führenden Corporate- und Disputes-Expertise der Sozietät ein logischer Schritt in der deutschen Wachstumsstrategie. „Ein Büro in Düsseldorf zu eröffnen, unterstreicht unser Engagement und unsere Entschlossenheit, unser Beratungsangebot in Deutschland weiter konsequent auszubauen“, sagte Ralf Thaeter, Managing-Partner für Deutschland. Vor Ort wird dann neben Weimann auch der Kartellrechtspartner Dr. Michael Dietrich samt Team tätig sein.

Herbert Smith war lange eng mit Gleiss Lutz verbunden. Nachdem Pläne zu einer engeren Integration beider Sozietäten gescheitert waren, entschloss sich die australisch-britische Kanzlei dann, selbst in Deutschland zu eröffnen. Zum Deutschlandstart 2013 eröffnete Herbert Smith in Frankfurt und Berlin. In den beiden Büros arbeiten derzeit 35 Anwälte, davon 10 Partner. (Ulrike Barth)