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04.12.2015

Pickenpack-Gruppe: Nächstes großes Insolvenzverfahren für BRL

Die in Lüneburg ansässige Pickenpack-Gruppe, die mit rund 700 Mitarbeitern tiefgekühlte Fischprodukte herstellt, hat Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Verwalter der insgesamt vier betroffenen Gesellschaften ernannte das Amtsgericht Lüneburg Friedrich von Kaltenborn-Stachau (43) von BRL Boege Rohde Luebbehuesen. Von Kaltenborn kündigte an, das Unternehmen mit einem zehnköpfigen Team zu betreuen und den “Geschäftsbetrieb in vollem Umfang” fortzuführen.

Friedrich von Kaltenborn-Stachau

Friedrich von Kaltenborn-Stachau

Bei Pickenpack ist ein Konsortium aus internationalen Banken als Geldgeber engagiert. Dieses Konsortium wird dem Vernehmen nach von DLA Piper zur Restrukturierung beraten. Aus dem Markt bekannt ist die Beteiligung der DLA-Partner Dr. Dietmar Schulz und Mario Lindner, die von den Associates Tom Brägelmann und Dr. Marius Hommer unterstützt werden.

Von Kaltenborn wird seit 2004 als Insolvenzverwalter bestellt. Er gehörte zum BRL-Gründungsteam, das sich vor zehn Jahren von Haarmann Hemmelrath & Partner abspaltete. Für BRL bedeutet Pickenpack zum Jahresende noch ein weiteres aufwendiges Insolvenzverfahren, nachdem erst kürzlich Stefan Denkhaus für den Energieversorger EEV bestellt wurde. Dieses Verfahren, für das die Insolvenzrichter in Meppen zuständig sind, bearbeitet er in Zusammenarbeit mit Dr. Dietmar Penzlin von Schmidt-Jortzig Petersen Penzlin, der für die EEV-Tochtergesellschaft zuständig ist. Das Tandem Denkhaus-Penzlin hatte sich im deutlich größeren Prokon-Verfahren bewährt.

Außerdem verwaltet Denkhaus seit Oktober den Hamburger Personaldienstleister Afg und die Holding der MCA Mathias Claudius Altenhilfe in Walsrode. Die gute Auslastung von BRL mit nennenswerten Insolvenzverfahren steht dem Markttrend entgegen. Nach statistischen Zahlen von Indat sank die Zahl der Insolvenzverfahren in den norddeutschen Bundesländern im Zeitraum von Januar bis Oktober um 13,2 Prozent. Die Verfahrensflaute betrifft die Verwalterszene im Norden damit deutlich stärker als im Rest Deutschlands, wo der Rückgang 3,75 Prozent betrug. (Markus Lembeck)