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16.03.2016

Rückkehr nach Deutschland: Sidley Austin will mit Kirkland-Partner in München eröffnen

Gut zwei Jahre nach dem Rückzug aus Deutschland plant Sidley Austin die Rückkehr. Der langjährige Kirkland & Ellis-Partner Erik Dahl soll für die US-Sozietät ein Büro in München eröffnen. Neben dem Private-Equity-Experten, der bei Kirkland neben München auch von London aus tätig ist, warb Sidley fünf weitere Kirkland-Partner ab – alle in London. Aus dem Münchner Büro wird Dahl, soweit bekannt, kein weiterer Anwalt zu Sidley folgen. Der genaue Zeitpunkt des Wechsels steht noch nicht fest.

Mit Dahl, seit 1996 für Kirkland tätig und seit rund zehn Jahren in München, wechseln in London die Corporate-Partner Christian Iwasko, Sava Savov und Fatema Orjela sowie der Finanzierungsspezialist Bryan Robson und der Steuerrechtler Oliver Currall. Der Weggang des Teams gilt als klarer Verlust für Kirkland. So begleiteten Dahl und Iwasko in den vergangenen Jahren beispielsweise die Investoren Tower Brook und H.I.G. Capital bei einer Reihe bedeutender Deals.

Überraschender Schritt

Dass Sidley neben dem Ausbau in London auch wieder in Deutschland eröffnen will, überrascht dennoch. 2014 hatte die Kanzlei in Frankfurt, dem bis dato einzigen Standort hierzulande, nach gut acht Jahren geschlossen. Zuvor war das stark auf Kapitalmarktrecht fokussierte Büro über die Jahre stetig geschrumpft. In München will Sidley nun mit Dahl vor allem die Private-Equity-Branche ins Visier nehmen. Zur angestrebten Größe des neuen Münchner Büros war aus der Kanzlei bislang nichts zu erfahren, auch Dahl wollte auf Nachfrage keinen Kommentar abgeben. In London arbeiten insgesamt rund 120 Anwälte für Sidley.

Umbau bei Kirkland

Für Kirkland ist seit 2014 personell viel in Bewegung. Aus dem knapp 60 Partner zählenden Londoner Büro gingen rund 20 Partner, 14 kamen dazu. Dass die Kanzlei einige Hochkaräter auch mit finanziell äußerst attraktiven Angeboten lockte, hatte britischen Medienberichten zufolge unter einigen langjährigen Partnern für Missstimmung gesorgt. Auch weltweit herrscht bei Kirkland einige Fluktuation. Seit 2014 gingen – wenn auch teils durchaus gewollt – mehr als 100 Partner. Erst kürzlich verlängerte die gut 1.500 Anwälte zählende Kanzlei ihre Kündigungsfristen für Partner von 60 auf 120 Tage und führte für Salary-Partner überhaupt erst eine Kündigungsfrist von 30 Tagen ein.

Das deutsche Team in München blieb anders als die internationale Praxis bisher personell sehr stabil und wuchs sogar. So gewann es im vergangenen Sommer einen der bekanntesten Private-Equity-Anwälte im deutschen Markt, den Latham & Watkins-Partner Jörg Kirchner. Ob Dahls Weggang mit dieser Personalie zusammenhängt, ist nicht bekannt. Im Münchner Büro – neben London dem einzigen in Europa – arbeiten gut 37 Anwälte. Schwerpunkte vor Ort sind die Beratung in den Branchen Private Equity und Venture Capital sowie in Restrukturierungsfragen, wo die Teams vor Ort jeweils bundesweit hohes Ansehen genießen. (René Bender)