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10.06.2016

Ruhrgebiet: Kebekus-Verwalterin wechselt zu BRL

BRL Boege Rohde Luebbehuesen hat zum Juni Büros in Bochum und Dortmund eröffnet und dafür Dorothee Madsen von Kebekus et Zimmermann als Equity-Partnerin gewonnen. Madsen ist Insolvenzverwalterin, die in Bochum und Dortmund von den Insolvenzgerichten bestellt wird, berät aber auch bei Unternehmenssanierungen. 

Dorothee Madsen

Dorothee Madsen

Für Kebekus ist dies nach einzelnen regionalen Abgängen von Verwaltern in Ostwestfalen und Aachen in den vergangenen Jahren ein spürbarer Verlust. Madsen war 14 Jahre lang für die Kanzlei tätig. Allerdings zeigen bedeutende Insolvenzverfahren wie das der Steilmann-Gruppe mit über 20 Einzelgesellschaften, dass die Strahlkraft in der Kanzlei vor allem von Dr. Frank Kebekus ausgeht.

Er sagte zu dem Wechsel: „Die Zusammenarbeit mit Dorothee Madsen war sehr gut, für ihre Tätigkeit unter der neuen Adresse wünschen wir nur das Beste.“ Kebekus et Zimmermann führt ihre Standorte in Bochum und Dortmund weiter, allerdings sind die Mitarbeiter mit Madsen zu der neuen Kanzlei gewechselt.

BRL und Madsen kennen sich vor allem aus dem Prokon-Insolvenzverfahren, in dem die Anwältin die Gruppe ‚Freunde von Prokon‘ beriet und im Gläubigerausschuss vertrat. Um Interessenskonflikte zu vermeiden, schied Madsen vor dem Kanzleiwechsel aus dem Beirat einer Prokon-Verwertungsgesellschaft aus, die von BRL-Partner Stefan Denkhaus geleitet wird. Die multidisziplinäre Sozietät BRL war seit dem Beginn der Prokon-Insolvenz Anfang 2014 umfassend für den Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin von Schmidt-Jortzig Petersen Penzlin aktiv.

Vom Stammbüro in Hamburg aus hatte BRL in der Vergangenheit bereits Berlin als weiteren Standort für ihren Insolvenzzweig ausgebaut. Zur Verstärkung der neuen Standorte im Ruhrgebiet werden zwei Hamburger Anwälte regelmäßig vor Ort sein. In Norddeutschland konnte BRL der Flaute bei Unternehmensinsolvenzen zuletzt trotzen und wurde für einige größere Fälle bestellt. So kümmerte sich Verwalter Friedrich von Kaltenborn-Stachau um den Tiefkühlfischproduzenten Pickenpack, der Ende 2015 zahlungsunfähig war.

Madsen wird seit zehn Jahren vom Insolvenzgericht Bochum bestellt, seit sieben Jahren vom Dortmunder Gericht. „Der multidisziplinäre Ansatz im Bereich Restrukturierung und Insolvenzverwaltung, das dynamische Team und die Entwicklungsmöglichkeiten bei BRL waren die überzeugenden Argumente für meinen Wechsel“, erklärte sie. Verwalterinnen sind in der deutschen Insolvenzlandschaft rar gesät. In der statistischen Auswertung des Indat-Reports für das Jahr 2015 finden sich nur fünf Frauen unter den 100 am meisten bestellten Verwaltern. (Markus Lembeck)