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02.12.2016

Go West: Eversheds plant Fusion mit US-Kanzlei Sutherland

Eversheds steht offenbar kurz vor dem schon länger forcierten Sprung in den amerikanischen Markt. Derzeit spricht die Kanzlei mit der amerikanischen Sozietät Sutherland Asbill & Brennan. Die Abstimmung unter den Partnern beider Kanzleien soll in den nächsten Wochen zum Abschluss kommen.

Matthias Heisse

Matthias Heisse

Die neue Einheit Eversheds Sutherland wäre voraussichtlich ab Anfang kommenden Jahres in den wichtigen Märkten der USA, Großbritannien, Kontinentaleuropa, Asien und Naher Osten vertreten. Mit der Fusion aus 2.300 Anwälten von Eversheds und rund 425 von Sutherland würde die englischstämmige Eversheds den seit langem gewünschten Zugang zum amerikanischen Markt erhalten und über 61 Büros in 28 Ländern verfügen. Beide Kanzleien verfolgen einen Full-Service-Ansatz.  Eine finanzielle Integration der beiden Firmen soll es offenbar zunächst nicht geben, sondern vielmehr einen Zusammenschluss nach dem Vorbild eines Schweizer Vereins.

Sutherland hat seinen Hauptsitz in Atlanta und ein weiteres großes Büro in der Hauptstadt Washington, an den beiden Standorten arbeitet mit 165 die Mehrzahl der Anwälte. Nach der Jahrtausendwende kamen Büros in New York (55 Anwälte), im teaxanischen Houston und Austin (jeweils 25) sowie im kalifornischen Sacramento (6) hinzu. 2005 expandierte die Kanzlei mit einer kleinen Einheit nach London und eröffnete später eine Ein-Mann-Repräsentanz in Genf.

Eversheds ist ungleich größer. Sie ist derzeit mit 55 Büros in 28 Ländern vertreten, viele davon kamen durch die Fusion mit einheimischen Kanzleien hinzu. In Deutschland ist die Kanzlei seit 2004 durch eine Kooperation mit Heisse Kursawe in München, Hamburg und Berlin vertreten. Im vergangenen Jahr erfolgte die vollständige Integration der inzwischen rund 100 Köpfe zählenden Kanzlei und die Umbenennung zu Eversheds Deutschland.

Alexander Stolitzka

Alexander Stolitzka

Hierzulande ist die Kanzlei traditionell vor allem bekannt für ihre Beratung im Gesellschafts- und Arbeitsrecht, sie versteht sich aber selbst als Full-Service Wirtschaftskanzlei. „Der anstehende Zusammenschluss mit Sutherland ist der nächste logische Schritt in der Erweiterung unseres grenzüberschreitenden Beratungsangebots“, so Dr. Matthias Heisse, Managing Partner von Eversheds in Deutschland, gegenüber JUVE. „Praktisch jede unserer deutschen Praxisgruppen wird zusätzliche fachliche Kompetenz, Erfahrung und geografische Reichweite aufweisen.“ 

In Österreich ist Eversheds seit 2002 präsent, zunächst in Kooperation mit Baier Lambert, aus der 2012 nach mehreren Abspaltungen Eversheds Stolitzka & Partner beziehungsweise Eversheds Austria wurde. Auch in dem 12 Juristen zählenden Büro in Wien blickt man zuversichtlich auf die künftige Entwicklung: „Die Gespräche mit der US Kanzlei Sutherland verlaufen sehr vielversprechend“, sagte der Wiener Eversheds-Partner Alexander Stolitzka. Auch er rechnet damit, von der künftigen Entwicklung zu profitieren. „Besonders interessant ist dabei für uns auch die geografische Verteilung der Niederlassungen von Sutherland – von Washington bis Atlanta – sowie deren hervorragende Reputation in den USA.“ (Christiane Schiffer)