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20.03.2017

Drittes Deutschland-Büro: DWF eröffnet mit DLA-Team in Berlin

Die britische Kanzlei DWF erweitert zum April ihre Präsenz in Deutschland und eröffnet in Berlin nach Köln und München ihr drittes deutsches Büro. Dafür wechselt ein Team von DLA Piper um die Partnerin Dr. Nina-Luisa Siedler (47) und die of Counsel Irene Schmid (60) zu DWF. Beide steigen als Partnerinnen ein. DLA zieht sich damit aus der Hauptstadt zurück.

Nina-Luisa Siedler

Nina-Luisa Siedler

Geleitet wird das neue Berliner DWF-Büro von Dr. Wolfgang Richter, der ebenfalls bei DLA gearbeitet hatte. Der Finanzierungsspezialist war bis 2012 Partner der Kanzlei und später als Managing-Partner für die New Yorker Investmentbankingfirma ACGM tätig. Er stieß bereits im Sommer vergangenen Jahres zum Kölner Büro von DWF. Die neue Partnerin Siedler kennt er aus einer langjährigen Zusammenarbeit, sie waren bereits 2006 gemeinsam von Luther zu DLA gewechselt. Künftig wollen sie bei DWF vor allem die Beratung der FinTech-Branche weiter ausbauen.„Die Eröffnung eines Büros in Berlin zum Aufbau einer technologieorientierten Finance Practice in Deutschland ist ein wichtiger strategischer Schritt für uns“, sagte Michael Falter, Managing-Partner von DWF Germany.

Neben Siedler wechselt auch die of Counsel und Notarin Schmid, die wie Siedler und Richter ebenfalls früher bei Luther gearbeitet hatte und 2012 zu DLA gewechselt war. Neben den drei Partnern gehören noch fünf Associates zum Startteam von DWF in Berlin, davon kommen zwei von DLA und eine aus dem Kölner DWF-Büro.

DWF mit Stammsitz in Manchester ist eine Full-Service-Kanzlei, die sich in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Fusionen zu einer der größten Einheiten in Großbritannien entwickelt hat und heute rund 1.600 Berufsträger an 22 Standorten beschäftigt. Neben ihrem Heimatmarkt ist die Kanzlei über Deutschland hinaus auch mit eigenen Büros in Belgien, Frankreich, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie in Irland und Nord-Irland vertreten. Erst Anfang 2017 hatte DWF zudem in Paris eröffnet.

Für DLA ist der Weggang des Berliner Teams der Abschluss eines längeren Prozesses. „Wir haben bereits vor einigen Monaten die strategische Entscheidung getroffen, unser Berliner Büro zu schließen. Wir können den deutschen Markt mit unseren vier Standorten in Frankfurt, Köln, München und Hamburg ausreichend abdecken, die wir zuletzt teils massiv ausgebaut haben“, sagte Dr. Benjamin Parameswaran, einer der beiden deutschen Managing-Partner von DLA. Bei ihrem Ausbau lege die Kanzlei mittlerweile hohe Maßstäbe an, Berlin habe dabei nicht Schritt halten können, so Parameswaran. Tatsächlich hatte es DLA in Berlin nie geschafft, einen wahrnehmbaren Fußabdruck im regionalen Markt zu hinterlassen.

Bereits im September 2016 hatte der Restrukturierungspartner Peter Jark die Kanzlei in Richtung BBL Bernsau Brockdorff & Partner verlassen, im Februar ging der Prozessrechtler Dr. Stephan Dittmer zu Dentons. (Christine Albert)