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19.04.2017

Seitenwechsel: Bilfinger besetzt neue Leitungsposition mit McDermott-Partner

Der Industriedienstleister Bilfinger bekommt einen neuen Leiter für die europäische Rechtsabteilung: Andreas Kurtze (44), bislang Equity-Partner bei McDermott Will & Emery in Frankfurt, wird ab kommender Woche für die Rechtsgeschäfte in Nord- und Kontinentaleuropa verantwortlich sein. Außerdem zählen zu seinem Aufgabengebiet sogenannte ‚Other Divisions‘, also Geschäftsbereiche, die nicht zum Bilfinger-Kerngeschäft gehören.

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Andreas Kurtze

Die Zuständigkeiten in der Rechtsabteilung sind umstrukturiert und teilweise neu geschaffen worden. Sie orientieren sich an der jüngst formulierten neuen Konzernstrategie. So will sich Bilfinger auf Entwicklung, Modernisierung und Instandhaltung von Industrieanlagen konzentrieren. Dabei geht es um die Kernmärkte Kontinental- und Nordwesteuropa, Nordamerika und Nahost sowie Kunden aus der Chemie-, Öl und Gas-, Energie-, Pharma-, Metall- und Zementindustrie.

Kurtze, dessen neue Mannschaft neun Anwälte umfasst, wird von Neu-Isenburg aus arbeiten. Bei McDermott war der Transaktionsspezialist seit 2013 tätig, davor war er Counsel bei Linklaters und deren Vorgängereinheit Oppenhoff & Rädler. Er hat eine Reihe großer Deals begleitet: So gehörte er beispielsweise dem McDermott-Team an, das den spanischen Telekommunikationsriesen Telefónica beim E-Plus-Kauf unterstützte. Außerdem beriet er im Bieterwettstreit um Kaufhof den unterlegenen österreichischen Investor René Benko und seine Holding Signa.

Kurtze berichtet in seiner neuen Position an Bilfinger-General Counsel und Chief Compliance Officer Olaf Schneider. Schneider hat die Position des CCO im vergangenen Sommer zusätzlich übernommen, kurz nach dem Amtsantritt des neuen Vorstandschefs Tom Blades. Seit Februar wird Schneider in Compliance-Fragen von Laurie Waddy Franke unterstützt, sie kam vom Schweizer Baustoffhersteller Holcim Lafarge und wurde zum Head of Group Compliance ernannt.

Compliance ist nach wie vor ein sensibles Thema im Konzern. Bilfinger steht nach einer Korruptionsaffäre seit 2013 unter Aufsicht des ehemaligen Schweizer Baker & McKenzie-Partners Mark Livschitz. Dessen Monitorship sollte eigentlich 2016 auslaufen, wurde aber wohl aufgrund diverser Vorstandswechsel in den vergangenen Jahren verlängert. (Christiane Schiffer)