Artikel drucken
11.08.2017

Insolvenz: FrischBack-Gruppe geht mit Buchalik Brömmekamp in Eigenverwaltung

Die Thüringer Großbäckerei FrischBack geht ihre Insolvenz in Eigenverantwortung an. Das genehmigte das Amtsgericht Erfurt und bestellte Rolf Rombach als Sachwalter. Bei der Sanierung wird FrischBack von der Düsseldorfer Rechts- und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp beraten. Kündigungen seien nicht geplant, teilte die Geschäftsführung mit.

Schmieg_Andreas

Andreas Schmieg

Mit über 130 Filialen in Deutschland und rund 800 Mitarbeitern erwirtschaftet die FrischBack-Gruppe 35 Millionen Euro im Jahr. Laut Geschäftsführer Alfred Heyl sollen alle Großhändler und Filialen weiter beliefert werden. Ziel des Verfahren sei es, das Unternehmen fortzuführen und die Arbeitsplätze zu erhalten.

Auch wenn der Backwarenmarkt umkämpft ist, kam die Insolvenz des Erfurter Traditionsbäcker überraschend. Nach Darstellung des Unternehmens zwang die zunehmende Konkurrenz durch Discounter und SB-Backshops zu millionenschweren Investitionen in das Filialnetz und die Produktionstechnik. Die damit einhergehenden Fremdkapitalkosten hätten zu einem Liquiditätsengpass geführt, der die Insolvenz der Gruppe verursacht habe. Im Eigenverwaltungsverfahren sollen die Back-Shops und Produktionsstandorte saniert werden.

FrischBack ist nicht das einzige Backunternehmen, das aktuell kleinere Brötchen backen muss. Vor gut einem Jahr meldeten die Hobergs Bäckereien aus dem nordrhein-westfälischen Wickede eine Sanierung in Eigenverwaltung an. In mehr als 30 Bäckereifilialen beschäftigt sie 425 Mitarbeiter. Ähnlich erging es auch der Traditionsbäckerei Kronenbrot. 2016 meldete auch sie ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung an. 1.200 Mitarbeiter sind betroffen.

Rombach_Rolf

Rolf Rombach

Sachwalter
Rombach (Erfurt): Rolf Rombach (Insolvenzrecht)

Berater frischBack
Buchalik Brömmekamp (Düsseldorf): Dr. Hubertus Bartelheimer (Insolvenzrecht; Berlin), Martin Rekers (Steuerrecht), Jürgen Bödiger (Arbeitsrecht), Daniel Trowski, Ralf Schreiber (beide Bankrecht), Bartosz Zdanowicz (Insolvenzrecht; Berlin)

Hintergrund: Eine tragende Rolle im Insolvenzverfahren kommt dem Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Buchalik Brömmekamp zu: Während Heyl Geschäftsführer bleibt, wird Andreas Schmieg Sanierungsgeschäftsführer. Er soll ein Sanierungskonzept entwickeln, dem das Gericht und die Gläubiger zustimmen müssen.

Neben Schmieg zählt Partner Bartelheimer des Rechtsberatungsarms der MDP-Gesellschaft zum Beratungsteam. Bartelheimer kam Anfang 2015 als Partner und eröffnete für Buchalik Brömmekamp Büros in Berlin und Dresden. In Sachen Steuern unterstützt der Steuerberater und Rechtsanwalt Martin Rekers das Team, während Jürgen Bödiger die arbeitsrechtliche Beratung  übernahm. (Helena Hauser)