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05.04.2016

Karlsruhe: PwC Legal schließt Büro, Bartsch baut aus

Die Karlsruher Kanzlei Bartsch gewinnt einen erfahrenen Transaktionsrechtler als Partner: Hendrik Stroborn (47) wechselt von PricewaterhouseCoopers Legal, die ihren Standort in Karlsruhe schließt. Stroborn dürfte nicht der einzige bleiben, der ein Wechselangebot von PwC für ein anderes Büro ausgeschlagen hat.

Hendrik Stroborn

Hendrik Stroborn

Stroborn war bei PwC Senior Manager, was einem Salary-Partner in anderen Kanzleien entspricht. Er ist vor allem für Finanzierungsdeals im Kontext von M&A-Transaktionen bekannt. Bei PricewaterhouseCoopers Legal arbeitete er eng mit Andreas Rupp zusammen. Sie berieten beispielsweise die Mediengruppe Klambt beim Erwerb eines TV-Programmzeitschriften-Portfolios von Springer und Funke Mediengruppe. Gemeinsam waren sie auch an der Seite von Aufsichtsräten und Gesellschaftern zu sehen, voriges Jahr etwa beim Schweizer Unternehmen Wecken & Cie, das eine Beteiligung an dem Immobilienkonzern Adler verkaufte.

Häufig arbeitete das Karlsruher PwC-Team eng mit dem Stuttgarter Büro zusammen. Vor seiner Zeit bei PwC war Stroborn als Assoziierter Partner bei Görg in Frankfurt sowie bei der Finanzaufsicht BaFin tätig.

Bartsch will mehr sein als eine IT-Kanzlei

Bei Bartsch wird Stroborn die Corporate-Gruppe verstärken. Diese umfasst bisher neben dem Partner Ulrich Götz drei Associates sowie den of Counsel Wolfgang Döring. Götz gehört zum Gründungsteam der Kanzlei. Er beriet kürzlich das Technologieunternehmen Exxeta beim Kauf der ECG Erdgas Consult.

Bartsch verfügt nun insgesamt über 16 Berufsträger. Der IT-Rechtler Dr. Carsten Ulbricht kam 2014 als siebter Partner hinzu und eröffnete für die Kanzlei in Stuttgart ein Büro. Stroborn kommt als achter Partner an Bord der süddeutschen Kanzlei, die auch ein Büro in Frankfurt hat.

PwC im Umbau

PwC hatte im Herbst bekannt gegeben, dass sieben deutsche Standorte geschlossen werden sollen. Auch rund 600 der über 3.000 Mitarbeiter aus Frankfurt sollten nach Düsseldorf wechseln, damit dort zentrale Funktionen gebündelt werden können. Mit dieser Sparmaßnahme sollten keine Stellen wegfallen, hieß es. Den Mitarbeitern wurde der Umzug an andere Standorte angeboten. Die frei werdenden Mittel will die WP-Gesellschaft vor allem in IT-Ausrüstung und neue Beratungsfelder stecken.

Dass sich die Konzentrationsbewegung auch im Rechtsberatungsarm PwC Legal spiegeln wird, bestätigte der dortige Managing-Partner Dirk Stiller gegenüber JUVE: „Es werden drei kleinere Niederlassungen mit jeweils weniger als 100 Mitarbeitern in größere zentrale Standorte integriert.“ Wie weit man damit ist, ließ er offen. Die Niederlassung in Dresden werde am Standort Leipzig integriert, Siegen in Köln, Karlsruhe in Stuttgart und zum Teil auch in Mannheim oder Basel.

Es zeichnet sich ab, dass dabei nicht alle Mitarbeiter mitziehen werden. Neben Hendrik Stroborn sind weitere Juristen aus dem Karlsruher Team in jüngster Zeit ausgeschieden: Fabian Reichert wechselte dem Vernehmen nach in die Rechtsabteilung des Stuttgarter Automobilzulieferers Mahle. Und Moritz Burwick ging schon zum Jahresbeginn zur Wettbewerberin Deloitte Legal, um als Senior Manager die Rechtsgeschäfte in Mannheim auszubauen. (Sonja Behrens)