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20.03.2017

Kanzleiumsätze: Rekordergebnis für Gleiss Lutz

Mit einem Umsatzsprung von fast 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr hat Gleiss Lutz Rekordzahlen für 2016 erzielt: Laut JUVE-Informationen setzte die deutsche Kanzlei im vergangenen Geschäftsjahr 190 Millionen Euro um. Im Vorjahr waren es noch 167 Millionen Euro.

Die Produktivitätskennzahl Umsatz pro Berufsträger (UBT) konnte mit dieser exorbitanten Steigerung zwar nicht ganz mithalten, schoss aber ebenfalls nach oben. Der UBT stieg um 7 Prozent und liegt nun bei 703.000 Euro. Damit knackte Gleiss zum ersten Mal die 700.000-Euro-Marke. 

Die Gleiss-Zahlen präsentieren sich ähnlich stark wie die von US-Kanzleien. Der UBT bei White & Case stieg zum Beispiel um 13 Prozent auf 690.000 Euro. Latham & Watkins konnte ihre Produktivität auf einen UBT von 780.000 Euro soweit anheben, dass sie das Vorjahresniveau von Freshfields Bruckhaus Deringer erreichte. Die britische Kanzlei wird ihr Geschäftsjahr erst Ende April abschließen.

Das starke Jahr bei Gleiss basiert auf einer kanzleiweit hohen Auslastung sowie einer Reihe von Premium-Mandaten wie etwa die Beratung des Volkswagen-Aufsichtsrats bei der Aufarbeitung des Abgasskandals. Auch das Kartellrechtsteam scheint besonders beschäftigt zu sein. Allein die Beratung von Daimler beim Rekordbußgeldverfahren wegen des LKW-Kartells soll einen hohen Einsatz von Gleiss-Anwälten verlangt haben.

Die Transaktionspraxis lief auch weiter stark. Vor allem die Private-Equity- und M&A-Praxis in Frankfurt war bei einer Reihe prominenter Transaktionen dabei, darunter etwa die Beratung von Gabelstaplerhersteller Kion beim Erwerb von US-Logistiker Dematic.

Die Zahlen bestätigen den Kurs des neuen Gleiss-Managements, denn sie stellen im ersten vollen Jahr ihrer Amtszeit eine deutliche Verbesserung dar. 2015 waren sowohl Umsatz und UBT rückgängig gegenüber 2014: Der Umsatz sank von 172 Millionen auf 167 Millionen Euro, der UBT von 662.000 auf 657.000 Euro. (Aled Griffiths)