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2012-07-05

Domoferm: Grossnigg kauft mit Berger Ettel zu, Fellner berät Unternehmensgründer

Nach längerem Bieterverfahren ist nun der Verkaufsprozess bei dem niederösterreichischen Stahltürenhersteller Domoferm abgeschlossen. Den Zuschlag erhielten die Beteiligungsgesellschaften Austro Holding und Grosso Holding, die beide dem österreichischen Investor Erhard Grossnigg gehören.

Markus Fellner

Markus Fellner

Die beiden Unternehmen verfügen gemeinsam künftig über 70 Prozent von Domoferm, 30 Prozent verbleiben im Besitz der Stiftung des Unternehmensgründers Walter Neumayer.

Dem Verkauf ging eine Restrukturierung von Domoferm voraus, zudem wurde die Finanzierung auf neue Beine gestellt. Als Investmentbank begleitete die Raiffeisen Investment AG die Transaktion.

Novoferm, die heutige Domoferm, wurde 1960 von Walter Neumayer mit drei Mitarbeitern in Gänserndorf gegründet. Sie ist ein in Österreich führender Anbieter von Türen, Zargen und Toren. Heute erzielt die Unternehmensgruppe über 100 Millionen Euro Umsatz und beschäftigt über 1.000 Mitarbeiter.

Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen.

Berater Austro-/Grosso-Holding
Berger Ettel (Wien): Dr. Kurt Berger – aus dem Markt bekannt

Berater Domoferm/Neumayer
FWP Fellner Wratzfeld & Partner (Wien): Dr. Markus Fellner (Corporate/M&A), Dr. Florian Kranebitter (Kartellrecht)

Hintergrund: Der Wiener Anwalt Kurt Berger aus der Zwei-Mann-Kanzlei Berger Ettel kennt den Investor Erhard Grossnigg aus vorangegangenen gemeinsamen Transaktionen. So fungiert er unter anderem seit 2009 als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von Binder + Co, einem Spezialisten für Aufbereitungs-, Umwelt- und Verpackungstechnik. Aufsichtsratsvorsitzer ist hier Erhard Grossnigg, der für die Grosso Holding in das Gremium einzog. Zudem hat Berger Gremiensitze bei Waagner-Biro und Austriamicrosystems.

Auch Fellner, der den Verkaufsprozess strukturierte, und Domoferm-Gründer Neumayer kennen sich seit Längerem. Der Kontakt kam über einen anderen Stiftungsvorstand zustande.

Ursprünglicher Bieter für Domoferm war die deutsche Hörmann-Gruppe. Der Einstieg des Branchenriesen scheiterte jedoch vor einiger Zeit an kartellrechtlichen Auflagen in Österreich, wo Domoferm auf einen Anteil von 90 Prozent kommt. Dem Vernehmen nach wurde Hörmann seinerzeit von dem Münchner Beiten Burkhardt-Partner Oliver Schniewind sowie Dorda Brugger Jordis beraten. Später soll auf Seiten von Domoferm noch der renommierte Wolf Theiss-Kartellrechtler Dr. Günter Bauer hinzugezogen worden sein. (Jörn Poppelbaum)