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11.04.2013

Immobilien: Buwog setzt bei Portfolioverkauf an ÖSW-Gruppe auf Inhouse-Kompetenz

Die Immofinanz-Tochter Buwog hat in Kärnten ein Wohnungspaket an die ÖSW-Gruppe verkauft. Dabei handelt es sich um 35 Objekte mit insgesamt 781 Wohnungen und einer Wohnfläche von 59.000 Quadratmetern. Sieben Objekte gehörten direkt der Buwog, 28 der von der Buwog geführten Schwestergesellschaft ESG.

Christoph Kautzky

Christoph Kautzky

Der Schwerpunkt des verkauften Portfolios befindet sich mit 515 Wohnungen in 18 Objekten in der Landeshauptstadt Klagenfurt, 35 Wohnungen sind in Villach, dazu kommen zahlreiche kleinere Gebäude in Gemeinden in ganz Kärnten.

Für die Buwog ist diese Transaktion ein weiterer Schritt zur Konzentration auf die Kernmärkte des Unternehmens. Dazu zählen in Österreich der Großraum Wien, in Deutschland liegt der Fokus vor allem auf der Hauptstadt Berlin. 

Als Gesellschaft der börsennotierten Immofinanz ist die Buwog-Gruppe mit einem Bestand von mehr als 32.000 Miet- und Eigentumswohnungen, davon über 2.300 in Deutschland, ein in Österreich führendes privates Wohnungsunternehmen. Mit einem jährlichen Neubauvolumen in Wien und Berlin von jeweils 500 bis 700 Wohnungen ist sie aktiver Wohnbauträger und Immobilienentwickler in den beiden Hauptstädten.

Die Buwog hatte sich zuletzt bereits von Portfolios in Vorarlberg und der Steiermark getrennt. Verkaufstransaktionen der Buwog in den anderen Bundesländern sollen Unternehmensangaben zufolge im Lauf der nächsten Quartale folgen.

Die ÖSW ist der größte gemeinnützige Bauträger in Österreich. Die Gruppe hat mit der Transaktion ihren Verwaltungsbestand in Kärnten auf über 6.300 Wohnungen erhöht, österreichweit sind es knapp 56.000 Einheiten.

Berater ÖSW-Gruppe
Telos Law Group (Klagenfurt): Astrid Wutte-Lang

Berater Buwog
Inhouse (Wien): Dr. Christoph Kautzky (Stabsstelle Bestandsbewirtschaftung; Senior Legal)

Hintergrund: Die Buwog ist innerhalb des Immofinanz-Konzerns recht selbstständig und für ihre aktive Inhouse-Abteilung bekannt. Daher überrascht es nicht, dass Kautzky, in dessen Zuständigkeitsbereich die Bestandsbewirtschaftung fällt, den Deal juristisch allein abwickelte.

Die Klagenfurter Anwältin Wutte-Lang ist vor allem durch ihre Verteidigung des Kärntner ÖVP-Chefs Josef Martinz im Strafprozess in der ,Causa Birnbacher’ bekannt geworden. Steuerberater Dietrich Birnbacher hatte die Juristin schwer belastet, sie legte ihr Mandat nieder. Die Kärntner Rechtsanwaltskammer hat ein Disziplinarverfahren gegen die Anwältin eingeleitet, das soweit bekannt derzeit aus formalen Gründen unterbrochen ist.

Zwischen der ÖSW-Gruppe und Wutte-Lang gibt es persönliche Kontakte: Dr. Klaus Wutte, Direktor des Kärntner Siedlungswerks, ist Wutte-Langs Ehemann. (Geertje Oldermann)