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10.07.2017

Diabetes: Roche kauft mit Schönherr den App-Anbieter Mysugr

Der Schweizer Pharmariese Roche hat den österreichischen App-Anbieter Mysugr gekauft und erhöht damit seine Präsenz auf dem Diabetikermarkt. Verkäufer sind neben den Gründern des Start-ups der österreichische Business Angel Dr. Johann Hansmann und der US-Investor iSeed.

Florian Kusznier

Florian Kusznier

Die Roche-Sparte Diabetes Care plant, Mysugr als eigenständiges Unternehmen weiterzuführen. Medienberichten zufolge soll die Zahl der Mitarbeiter in den kommenden zwei Jahren auf rund 200 steigen. Derzeit beschäftigt die 2012 gegründete Firma 47 Mitarbeiter.

Roche stellt unter anderem Blutzuckermessgeräte und zahlreiche andere Produkte für Diabetiker her. Mit der Mysugr-App ist der Pharmakonzern auf einen Schlag weltweit bei rund einer Million Patienten täglich auf dem Smartphone präsent – und gelangt so an wertvolle Daten.

Der Gesamtumsatz des Basler Unternehmens belief sich 2016 auf 50,6 Milliarden Schweizer Franken. Die Sparte Diabetes Care gehört zum Diagnostics-Bereich, der 11,5 Milliarden Franken umsetzte und über 34.000 Mitarbeiter beschäftigte. Das Diabetesgeschäft ging zuletzt vor alllem wegen fallender Preise in den USA um 4 Prozent zurück.

Nach dem Verkauf von Runtastic und Shpock, die für 220 bzw. 200 Millionen Euro den Besitzer wechselten, ist dies der dritte große Verkauf eines österreichischen App-Anbieters innerhalb von zwei Jahren.

Berater Roche:
Schönherr (Wien): Dr. Florian Kusznier (Corporate/M&A; Federführung), Volker Weiss (EU- u. Wettbewerbsrecht), Dr. Günther Leissler (Regulatory); Associates: Clemens Rainer, Julia Wasserburger, Arzu-Sema Cakmak, Christopher Jünger, Sascha Smets (alle Corporate/M&A; letztere drei Rechtsanwaltsanwärter), Veronika Wolfbauer (Regulatory), Dr. Mario Perl, Marco Thorbauer (beide Steuern; letzterer Rechtsanwaltsanwärter), Dr. Dominik Hofmarcher (IP, IT & Life Science), Teresa Waidmann (Arbeitsrecht)
Inhouse Recht (Basel): Dr. Ruben Perren (M&A Counsel), Dr. Tatjana Linder (Legal Counsel)

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Andrea Eggenstein

Berater Mysugr:
Milbank, Tweed, Hadley & McCloy: Dr. Andrea Eggenstein (Federführung; Corporate/M&A; Frankfurt), Dr. Thomas Kleinheisterkamp (Steuerrecht; München); Associates: Patrick Droese (München), Dr. Leopold Riedl (Frankfurt; beide Corporate/M&A)
Renner Höllerl (Wien): Dr. Wolfgang Renner (Federführung), Johann Lunzer (beide Corporate/M&A)
Ecovis Austria (Wien): David Gloser, Barbara Hölzl (Steuerrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Roche setzt beim Kauf von österreichischen Firmen nicht zum ersten Mal auf Schönherr. Corporate-Partner Florian Kusznier und sein Team hatten das Pharmaunternehmen bereits 2014 bei der Übernahme der Biotech-Firma Dutalys unterstützt. Banken waren auf Käuferseite nicht involviert.

Die Milbank-Partnerin Andrea Eggenstein begleitete 2015 den Axel Springer-Verlag beim Verkauf seiner Anteile an der Fitness-App Runtastic an Adidas. An Runtastic war auch der Investor Hansmann beteiligt. Den österreichischen Teil der Beratung beim Verkauf von Mysugr leisteten Wolfgang Renner und Johann Lunzer von Renner Höllerl. Die Wiener Kanzlei steht Mysugr bereits seit über einem Jahr in allen gesellschaftsrechtlichen und vertragsrechtlichen Fagen sowie beim Datenschutz zur Seite. Steuerrechtlich ließen sich die Verkäufer von der Steuerberatungsgesellschaft Ecovis Austria beraten. (Annette Kamps)