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07.09.2017

Seitenwechsel: Wolf Theiss-Partner geht zur Raiffeisen-Holding NÖ-Wien

Die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien hat einen neuen Leiter für den Bereich M&A Legal. Dr. Michael Lind (38), zuvor Contract-Partner bei Wolf Theiss, hat die Position zum September übernommen. Wolf Theiss verliert damit einen aufstrebenden Partner der jüngeren Generation.

Michael Lind

Michael Lind

Lind führt bei der Bank ein Kernteam mit zwei weiteren Juristen und arbeitet eng mit zwei Spezialisten für Bankaufsichtsrecht zusammen. Er berichtet direkt an die Geschäftsleiterin Veronika Haslinger, die für den Bereich Beteiligungen verantwortlich ist. Zu Linds neuen Aufgaben gehört es, neben M&A-Transaktionen die vielfältigen Beteiligungen der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien zu verwalten. Aufgrund der Portfolioschwerpunkte auf börsenotierten Unternehmen und Finanzdienstleistern spielen dabei das Bankaufsichtsrecht und das Kapitalmarktrecht eine bedeutende Rolle.

Für Wolf Theiss bedeutet der Weggang Linds einen Rückschlag im Zuge des Generationswechsels. Lind gehörte zu den größten Hoffnungsträgern unter den jüngeren Partnern und trat insbesondere 2016 bei hochkarätigen Transaktionen in Erscheinung, etwa als er die Heptagon-Eigentümer beim Verkauf des Sensorentwicklers an AMS beriet und deren damit verbundenen Einstieg bei dem österreichischen Unternehmen begleitete. Beim Verkauf des Berliner Spezialchemieunternehmens Atotech beriet Lind den französischen Mineralölkonzern Total in Österreich und koordinierte die beteiligten osteuropäischen Büros der Wiener Kanzlei. Vor seiner Zeit bei Wolf Theiss war er bis August 2014 bei Binder Grösswang tätig, zuletzt ebenfalls als Contract-Partner.

Auch sein Vorgänger war ehemaliger Wolf Theiss-Anwalt

Der Geschäftsbericht Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien wies für das Jahr 2016 Dr. Matthias Steyrer als Leiter Recht M&A aus. Der erfahrene Inhousejurist war bis 2014 bei der Hypo Niederösterreich und zuvor bereits bei der UBS Austria. In den Jahren 2005 und 2006 war er als Rechtsanwalt bei Wolf Theiss tätig.

Die Beteiligungen der Raiffeisen-Holding umfassen Firmen in den Sektoren Immobilien, Medien, Finanzdienstleistungen und Industrie. Die Umsätze der Industrieunternehmen beliefen sich 2016 auf rund 20,5 Milliarden Euro – darunter fallen Agrana, Südzucker und der Baukonzern Strabag. Die mit Abstand größte Beteiligung hält die Bank an der Raiffeisen Bank International, bei der sie 22,6 Prozent der Anteile kontrolliert.

Ihren Immobilienbestand verringerte die Raiffeisen-Holding im vergangenen Jahr um 14 Gesellschaften. Im Zentrum sollen in Zukunft Objekte stehen, die für den Betrieb der Bank notwendig sind. (Raphael Arnold)